Der Angeklagte mit seinem Anwalt Dr. André Pott und Justizwachmeister Reinhard Kleesiek. - © Bernhard Preuß
Der Angeklagte mit seinem Anwalt Dr. André Pott und Justizwachmeister Reinhard Kleesiek. | © Bernhard Preuß

Horn-Bad Meinberg Rentner erwürgt seine Ehefrau - fünf Jahre Haft

Täter wollte sich danach das Leben nehmen

Erol Kamisli

Detmold/Horn-Bad Meinberg. Sie beschimpfte ihn als Waschlappen, Versager und Feigling. Hinzu kamen Schläge, die der Rentner von seiner Ehefrau einstecken musste. In den vergangenen zehn Jahren, der 42-jährigen Ehe, habe er die Hölle durchlebt, sagt der geständige Rentner. Doch an Ostersamstag dieses Jahres sei ihm der Geduldsfaden gerissen. Nach einem lauten und handgreiflichen Streit habe er seine 67-jährige Frau, die im gemeinsamen Ehebett schlief, erwürgt. Anschließend habe er einen Abschiedsbrief geschrieben, sich ins Auto gesetzt und sei auf der A44 in einen Lkw gerast, um sich das Leben zu nehmen. Er überlebte den Selbstmordversuch mit schweren Verletzungen an Kopf und Rücken. Das Landgericht Detmold verurteilte den Detmolder wegen Totschlags sowie gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr zu einer Haftstrafe von fünf Jahren. Damit blieb das Gericht über den Anträgen von Oberstaatsanwalt Christopher Imig, der vier Jahre gefordert hatte, und Verteidiger Dr. André Pott, der in seinem Plädoyer zwei Jahre und sechs Monate Haft gefordert hatte.

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