Ein 50-Jähriger wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er seine Freundin und sich mit Benzin übergossen hat. - © Wolfgang Rudolf
Ein 50-Jähriger wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er seine Freundin und sich mit Benzin übergossen hat. | © Wolfgang Rudolf

Bünde/Detmold Freundin und sich selbst mit Benzin übergossen: 50-Jähriger zu Haftstrafe verurteilt

Das Detmolder Landgericht verurteilt Bünder zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten

Erol Kamisli

Bünde. Erst schlug und würgte der 50-jährige Bünder seine Freundin in der Kalletaler Wohnung und übergoss sich dann mit Benzin, um sich das Leben zu nehmen. Die Frau eilte zu Hilfe, doch er nahm den halb vollen Kanister und leerte ihn über ihr aus. Als er nach dem Feuerzeug griff, um sie anzuzünden, floh die 38-Jährige. Das Landgericht Detmold verurteilt den 50-Jährigen, der den „Benzinangriff" gestand, wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung zu einer Haftstrafe von 31 Monaten. Zuvor hatte der Psychiatrische-Gutachter Bernd Roggenwallner über die schwierige Kindheit des Angeklagten samt langjähriger Heimaufenthalte und den „schwierigen und komplizierte" Beziehungen des 50-Jährigen zu Frauen berichtet. „Er hatte immer wieder depressive Phasen und wollte sich das Leben nehmen, weil die Freundin die Beziehung hat", sagte Roggenwallner. Sein Fazit: „Der Angeklagte war bei der Tat vermindert schuldfähig." Das Gericht berücksichtigte dies im Urteil. „Doch vom Zustand der völligen Schuldunfähigkeit war der Angeklagte noch weit entfernt", sagte Richter Karsten Niemeyer in der Urteilsbegründung. Der Bünder könne seine Haftstrafe im offenen Vollzug verbüßen und weiter seiner Arbeit nachgehen. Staatsanwalt Alexander Görlitz hatte eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten und Verteidiger Carsten Ernst einen Freispruch gefordert. „Wir werden auf jeden Fall in Revision gehen", kündigte Ernst noch im Gerichtssaal die weiteren Schritte an.

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