Großbrand im Altenzentrum Bethesda - © Stefan Backe
Großbrand im Altenzentrum Bethesda | © Stefan Backe

Bad Salzuflen 20 Verletzte bei Brand in Seniorenheim in Bad Salzuflen

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Fünf Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden

Jürgen Mahncke

Bad Salzuflen. Bei einem Apartementbrand im Altenzentrum Bethesda in Bad Salzuflen erlitt eine Bewohnerin schwere Brandverletzungen. Ein Rettungshubschrauber flog die ältere Dame in eine Dortmunder Spezialklinik. Vier Personen wurden in Krankenhäuser eingeliefert, darunter drei Bewohner mit einer Rauchgasvergiftung und ein Feuerwehrmann, der beim Einsatz durch das Feuer verletzt wurde. Vor Ort behandelten Notärzte und Rettungsdienst weitere 15 Menschen, darunter auch Pflegepersonal und Feuerwehrleute. Hier bestand der Verdacht einer Rauchgasvergiftung. Um 10.08 Uhr löste die Brandmeldeanlage aus, die unmittelbar mit der Feuerwehr-Kreisleitstelle in Lemgo verbunden ist. Glücklicherweise waren die ersten Einsatzkräfte sehr schnell vor Ort, da sie in der Nachbarschaft zu tun hatten. Als sie eintrafen, schlugen bereits Flammen aus dem Apartment im ersten Obergeschoss. Seine Bewohnerin stand hilferufend auf dem Balkon. Schwerverletzt wurde sie über eine Anstellleiter aus der lebensgefährlichen Situation befreit und kurze Zeit später mit dem Rettungshubschrauber Christoph 13 in eine Spezialklinik für Brandverletzungen nach Dortmund geflogen. In der Zwischenzeit lief die Alarmierung zahlreicher Rettungskräfte aus dem Umland an. Auch die Bielefelder Berufsfeuerwehr schickte einen Löschzug und Rettungswagen nach Bad Salzuflen. 150 Einsatzkräfte vor Ort „Alteneinrichtungen gehören zu sogenannten Sonderobjekten. Im Fall eines Brandes greift ein groß angelegtes Alarmierungskonzept, da immer mit einer großen Zahl von Verletzten gerechnet werden muss", erklärte Ralf Mensenkamp, Chef der Feuerwehr Bad Salzuflen den nicht abreißenden Strom von eintreffenden Rettungsfahrzeugen vor Ort. Etwa 150 Kräfte waren schließlich vor Ort. Die Löscharbeiten in der brennenden Wohnung waren schnell erfolgreich. Allerdings hatte das Feuer die Eingangstür der Kleinwohnung zerstört und beißender Qualm zog durch das gesamte erste Obergeschoss. Im Südflügel der Alteneinrichtung befinden sich 18 Wohnungen, die schnellstens evakuiert werden mussten. Feuerwehrleute, Rettungsdienst und Mitarbeiter der Alteneinrichtung führten die Bewohner, unter ihnen viele gebrechliche Menschen, aus dem betroffenen viergeschossigen Haustrakt ins Freie. Dabei atmeten einige Retter giftiges Rauchgas ein und mussten noch vor Ort behandelt werden. Drei Betroffene wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann durch Flammen verletzt, so dass auch er in eine Klinik kam. Zweistündige Rettungsarbeiten Während der zweistündigen Rettungsarbeiten leisteten die Feuerwehrleute Andreas Gronemeier und sein Kollege Torsten Hansen psychosoziale Unterstützung. Sie sind ausgebildet, um ihren Kollegen bei psychisch belastenden Einsätzen zu helfen und den damit verbundenen Stress zu bewältigen. Ebenso beruhigten und informierten sie viele ältere Bewohner der Einrichtung, für die der große Einsatz von Rettungskräften und Fahrzeugen eine ungewohnte Situation darstellte. Claudia Schröder, Sprecherin des Evangelischen Johanneswerks, das die Einrichtung betreibt, sprach von einem glücklichen Umstand, dass nicht mehr passiert sei. „Bereits 6 Minuten nach Anschlagen der Brandmeldeanlage waren die ersten Feuerwehrleute vor Ort. Diese glückliche Tatsache hat vermutlich ein größeres Unglück verhindert", sagte die Sprecherin. Für die 18 Bewohner des evakuierten Haustraktes wären bereits andere Unterbringungsmöglichkeiten in der Alteneinrichtung gefunden worden. Hier könnten sie bis zur Renovierung ihrer Wohnungen bleiben. Derzeit suchen Ermittler nach der Brandursache. Der Sachschaden soll sich auf mindestens 100.000 Euro belaufen.

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