Gaffer haben auf der A2 Rettungskräfte gestört. - © dpa (Symbolbild)
Gaffer haben auf der A2 Rettungskräfte gestört. | © dpa (Symbolbild)

Bad Salzuflen Zu Fuß zur Unfallstelle: Gaffer parken Autos auf Autobahn-Zubringer

Durch das dreiste Verhalten der Autofahrer seien Rettungskräfte enorm behindert worden. Zudem dauerte der Stau viel länger als nötig.

Matthias Schwarzer

Bad Salzuflen. Dreister geht es wirklich nicht mehr: Nach einem Unfall bei Bad Salzuflen haben Gaffer ihre Autos auf einem Autobahnzubringer abgestellt, um dann zu Fuß zur Unfallstelle zu laufen. "Nur um mal zu gucken", wie die Polizei mitteilt. Dadurch seien die Anfahrt der Rettungskräfte und andere Autofahrer enorm behindert worden, teilt die Polizei in Lippe mit. Der Unfall hatte sich am Morgen auf der A2 ereignet: Der 48-jährige Fahrer eines Abschleppers wollte mit einem Sattelzug im Schlepptau auf den Zubringer (B239) abbiegen. Dabei wurde er jedoch von einem BMW überholt. Es kam zur Kollision. Verletzte gab es zum Glück nicht, der Schaden beträgt laut Polizei mehrere Tausend Euro. Was sich allerdings danach an der Unfallstelle abspielte, macht die Polizei in Lippe fassungslos: Zunächst sei die Anfahrt der Polizei zum Unfall erschwert worden, weil mehrere Verkehrsteilnehmer "nicht in der Lage waren, eine vorgeschriebene Rettungsgasse zu bilden", schreibt die Polizei in einer Mitteilung. Einige Autofahrer hätten die Gasse sogar genutzt, um selbst weiter nach vorne zu kommen. Auf eine spätere Nachfrage der Polizei sagten die Autofahrer: "Wir dachten, die anderen hätten Platz für uns gemacht." Im Stau gewendet Doch es kam noch dicker: Andere Autofahrer hätten versucht, auf dem mehrspurigen Teilstück der B239 zu wenden und entgegen der Fahrtrichtung zurück fahren. Das konnte die Polizei allerdings noch verhindern. Einige Autofahrer hätten auf die Anweisungen der Beamten verständnislos reagiert. Der absolute Hammer kam allerdings zum Schluss: Als sich auf dem Zubringer ein längerer Stau gebildet hatte, entschieden einige Autofahrer, ihr Auto einfach zurückzulassen und zu Fuß zur Unfallstelle zu laufen. Wie gesagt: "Nur um mal zu gucken". Nicht nur die Anfahrt der Einsatzkräfte sei durch das massive Fehlverhalten der Autofahrer erschwert worden. Die anderen Verkehrsteilnehmer hätten deshalb auch viel "länger als überhaupt nötig" im Stau gestanden.

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