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Torunfall Ortstermin | © Christian Weische

Augustdorf/Detmold Angeklagter im Torunfall-Prozess von Augustdorf freigesprochen

Gericht folgt damit dem Antrag des Verteidigers

Christian Lund
Dirk-Ulrich Brüggemann

Augustdorf/Detmold. Der ehemalige Jugendobmann des FC Augustdorf, Volker Dierk, ist am Mittwochnachmittag vom Detmolder Landgericht freigesprochen worden. Das Gericht sah keine strafrechtliche Verantwortung für den Torunfall im Jahr 2013, bei dem ein damals 11 Jahre alter Junge durch ein umfallendes Tor schwer am Kopf verletzt worden war. Der 45-Jährige war im Januar 2015 zunächst vom Amtsgericht Detmold wegen fahrlässiger Körperverletzung schuldig gesprochen und verwarnt worden. Die Verurteilung zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 50 Euro war jedoch für die Dauer eines Jahres vorbehalten worden. Das Amtsgericht hatte es nach der Beweisaufnahme als erwiesen angesehen, dass der Angeklagte in seiner Funktion als Jugendvorstand Anfang des Jahres 2013 ein Jugendfußballturnier in einer Sporthalle in Augustdorf mit anderen Vereinsmitgliedern organisiert und dabei die ihm obliegenden Sorgfaltspflichten objektiv sorgfaltswidrig und subjektiv vorwerfbar verletzt habe. Gegen das erstinstanzliche Urteil hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte Berufung eingelegt. Mit Urteil des Landgerichts Detmold vom 16. September 2015 wurden beide Berufungen verworfen. Gegen dieses Urteil hat der Angeklagte Revision eingelegt. Das OLG Hamm hat daraufhin das Urteil des Landgerichts Detmold mit den zugrunde liegenden Feststellungen aufgehoben und die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht Detmold zurückverwiesen. Das wiederum sah es jetzt - auch nach einem Ortstermin in der Sporthalle - als erwiesen an, dass der Angeklagte eben nicht auch dafür zuständig war, die anderen Betreuer und Vereine zu überwachen. Der Angeklagte wurde deshalb freigesprochen, und das Gericht folgte damit der Forderung des Verteidigers. Die Staatsanwaltschaft forderte dagegen, den Angeklagten schuldig zu sprechen, zu verwarnen und zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 50 Euro zu verurteilen. Ob die Staatsanwaltschaft gegen den Freispruch Rechtsmittel einlegt, war unmittelbar nach dem Prozess noch nicht klar. Dem Angeklagten allerdings war die Erleichterung über den Freispruch anzusehen. Er kann jetzt auch wieder Jugendobmann des FC Augustdorf sein.

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