Bundesverteidigungsminister Ursula von der Leyen (CDU, 2.v.r.) geht hinter dem Brigadegeneral Heico Hübner über das Gelände. - © picture alliance / Bernd Thissen/dpa
Bundesverteidigungsminister Ursula von der Leyen (CDU, 2.v.r.) geht hinter dem Brigadegeneral Heico Hübner über das Gelände. | © picture alliance / Bernd Thissen/dpa

Augustdorf Von der Leyen fordert mehr Mittel für Wehretat: "Warme Worte reichen nicht"

Soldatentag in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne

Augustdorf (dpa). Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat angesichts wachsender internationaler Anforderungen weiter steigende Ausgaben für die Bundeswehr angemahnt. „Warme Worte reichen nicht", sagte sie am Samstag anlässlich eines bundesweiten Tages der offenen Tür in der Rommel-Kaserne in Augustdorf. Die Soldaten brauchten „auch in den nächsten Jahren mehr und nachhaltige Finanzierung und die Unterstützung der Gesellschaft". Die Ministerin verwies darauf, dass die Truppe nach 25 Jahren mit Kürzungen seit zwei Jahren endlich wieder wachse und auch mehr Personal einstellen könne. Für Auslandseinsätze etwa im Kampf gegen den Terrorismus werde dringend mehr und modernes Material gebraucht. „Wir alle wissen: Auch bei der liebevollsten Pflege - das Alter hinterlässt irgendwann seine Spuren", so die Ministerin während einer Ansprache in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne. Kasernenname soll beibehalten werden Die Verteidigungsministerin hält beim Bundeswehrstandort in Augustdorf am Namen Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne fest. „Die Rommel-Kaserne ist so bewusst benannt worden an einem Jahrestag des Widerstands. Das zeigt, dass Rommel seine Rolle im Widerstand auch gehabt hat", sagte die CDU-Politikerin. Die Soldaten und die Gemeinde hätten angesichts der Geschichte beschlossen, die Kaserne weiter Rommel-Kaserne zu nennen. Generalfeldmarschall Erwin Rommel (1891-1944) hat sich im Zweiten Weltkrieg mit seinem Einsatz in Afrika einen Namen als „Wüstenfuchs" gemacht. Er wurde damit zu einem wichtigen Bestandteil der NS-Kriegspropaganda. Seine Rolle im militärischen Widerstand ist umstritten: Er sympathisierte mit der Bewegung, war aber nicht am Attentatsversuch auf Hitler beteiligt. Von der Leyen hatte sich dafür ausgesprochen, Kasernen mit Namen von Wehrmachtsoffizieren gegebenenfalls umzubenennen, allerdings unter Einbindung von Kommunen, Vereinen und Entscheidungsträgern vor Ort. Die Bürger nutzen beim Rundgang der Ministerin über das Gelände erfreut die Möglichkeit für Selfies - für die meisten steht aber der Kontakt mit den Soldaten im Mittelpunkt. Seit dem Morgen präsentiert sich die Truppe mit Panzer und Helikopter. Neben der Technik interessiert aber vor allem eines: „Die Bürger fragen immer wieder nach der Stimmung in der Truppe", berichtet Stabsunteroffizier Pierre Kaul. „Die Leute wollen das direkt von den Soldaten wissen. Die fragen zum Beispiel: Was sagen Sie denn zum Nazi-Vorfall?" Kauls Position dazu ist klar: „Hakenkreuzsymbole gehen auf keinen Fall", sagt er. Doch die Durchsuchungen der Kasernen findet er übertrieben.Oberfeldwebel Tobias Rethmeier will sich zu den letzten Skandalen am liebsten gar nicht äußern, wenn Bürger ihn befragen. „Uns betrifft das nicht in der Truppe, wir machen unseren Dienst", sagt er. Die Besucher geben sich mit so einer Antwort häufig zufrieden - viele interessiert vor allem der Blick hinter die Kulissen. „Ich komme vor allem wegen meinem Sohn", sagt Kai Rüter, der mit seinem Achtjährigen gekommen ist. Der wollte gerne einen Hubschrauber sehen. Er selbst habe Zivildienst gemacht - und könne das Interesse seines Sohns nicht ganz nachvollziehen. Andere haben selbst in der Kaserne gedient - oder wollen sich über die Jobs bei der Bundeswehr informieren. „Über die Skandale habe ich mir nicht so sehr einen Kopf gemacht", sagt Rüter.

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