Bei einer Schießübung auf dem Truppenübungsplatz im bayerischen Wildflecken ist ein Soldat ums Leben gekommen. - © picture alliance / dpa
Bei einer Schießübung auf dem Truppenübungsplatz im bayerischen Wildflecken ist ein Soldat ums Leben gekommen. | © picture alliance / dpa

Wildflecken/Paderborn Soldat aus dem Kreis Paderborn stirbt bei Schießübung mit Panzerfaust

Der Soldat stand hinter einer Panzerfaust bei der Abgabe eines Schusses und wurde von dem Rückstrahl getroffen. Der 22-Jährige ist Angehöriger des Panzergrenadierbataillons 212 Augustdorf

Angela Wiese
Viktoria Bartsch

Wildflecken/Paderborn. Bei einer Schießübung der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz im bayerischen Wildflecken ist ein 22-jähriger Soldat aus dem Kreis Paderborn ums Leben gekommen, der in Augustdorf (Kreis Lippe) stationiert war. „Der Unfall ereignete sich bei einem Gefechtsschießen. Die Soldaten üben dabei mit scharfer Munition", sagte ein Sprecher des Heeres am Mittwoch. Der Polizei Unterfranken zufolge stand der 22-Jährige bei der Abgabe des Schusses am Dienstagnachmittag genau hinter der Panzerfaust und wurde deshalb vom Rückstrahl der Waffe erfasst. Durch die Luft geschleudert Durch die Wucht dieses Rückstrahls wurde der Hauptgefreite durch die Luft geschleudert und so schwer verletzt, dass er noch auf dem Truppenübungsplatz starb. Ein sofort hinzugerufener Arzt der Bundeswehr konnte nach Angaben der Polizei nur noch den Tod des Soldaten feststellen. Der Soldat im Dienstgrad Hauptgefreiter war Angehöriger des Panzergrenadierbataillons 212 Augustdorf. Bei der Waffe handelt es sich um eine Panzerfaust 3. Sie ist im schussbereiten Zustand rund 13 Kilogramm schwer. Zudem hat sie eine Reichweite von 300 bis 400 Metern. Die Geschosse werden mit Pulvergasen auf eine Geschwindigkeit von mehr als 220 Metern pro Sekunde beschleunigt. Hersteller ist die Firma Dynamit Nobel Defence mit Sitz in Burbach im Siegerland. Üblicherweise muss der Schütze stets vorwarnen, bevor er schießt. „Das kann ein „Achtung, ich schieße!" oder ein anderes vereinbartes, klares verbales Signal sein. Das ist so vorgesehen", sagte ein Brigadesprecher dazu. Ermittlungen laufen Ob der Schütze, ein ebenfalls 22 Jahre alter Soldat, dieses Signal vor dem Abfeuern der Waffe gegeben hat, ist noch unklar. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Schweinfurt ermitteln deshalb nun insbesondere die Situation und die zeitlichen Abläufe am Schießstand. Wie genau es zu dem Unfall kam, sollen nun Ermittlungen klären. „Da ist es jetzt noch zu früh, etwas zu bestätigen oder zu dementieren." Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) informierte am Dienstag bei einer Veranstaltung des Reservistenverbands in Berlin über den Vorfall. „Dieser Unfall verdeutlicht wieder einmal auf tragische Weise, was wir unseren Soldaten im Einsatz und in der Ausbildung für den Einsatz abverlangen." Die Angehörigen sowie die Soldaten der dritten Kompanie des Panzergrenadierbataillons, die in Wildflecken geübt hatten, seien in seelsorgerischer und psychologischer Betreuung, sagte Brigadegeneral Heico Hübner. Die Soldaten werden am Donnerstag wieder zurück in Augustdorf erwartet. Mit Informationen der dpa.

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