Klimaschutzmanager aus OWL am Biomassehof Borlinghausen mit Norbert Hofnagel (r.).
Klimaschutzmanager aus OWL am Biomassehof Borlinghausen mit Norbert Hofnagel (r.).

Borlinghausen Bioenergie-Region als Modell

Klimaschutzbeauftragte informieren sich über erfolgreiches Kreisprojekt

Borlinghausen (NW). Bei der Entdeckung ungenutzter grüner Energiequellen hat das bundesweite Modellprojekt Bioenergie-Region Kulturland Kreis Höxter im Land die Nase vorn.

Klimaschutzmanager aus ganz Ostwestfalen-Lippe kamen deshalb auf den Biomassehof in Borlinghausen. Sie wollten wissen, welche Schritte zum Erfolg führen.

Trotz der Vielfalt der landschaftlichen Gegebenheiten gibt es Konzepte zur verstärkten Nutzung von Biomasse, die auch in anderen Regionen umsetzbar sind. Darüber informierten sich die Klimaschutzbeauftragte der Städte Gütersloh, Paderborn, Löhne, Minden, Bad Oeynhausen, Bielefeld, Oerlinghausen, Willebadessen, Warburg und Brakel.

Dabei wurde ihnen schnell klar, dass sich jede Region zunächst einmal der eigenen ungenutzten Energiequellen bewusst werden muss. Im zweiten Schritt können dann speziell für diese Quellen Verwertungsmöglichkeiten entwickelt werden. Und dabei helfen Ideen aus der Bioenergieregion Kulturland Kreis Höxter. So waren einige Teilnehmer schon überrascht, welch große Rolle als Energiequelle die Strauchschnitte von Straßen und Wegesrändern sowie Schwachholz aus dem Wald oder privaten Gärten und Liegenschaften spielen.

Am Beispiel des Biomassehofes Borlinghausen konnten die Interessierte ökologisch und ökonomisch sinnvolle Verwertungspfade dieser Energieträger kennenlernen.

"Drei Kilogramm des Strauchschnitts vom Straßenrand ersetzen einen Liter Heizöl", rechnete Norbert Hofnagel, Geschäftsführer des Biomassehofes, vor. Allein durch den jährlichen Umsatz am Hof könnten gut sechs Millionen Liter Heizöl durch heimische Brennstoffe ersetzt werden. Somit bliebe mehr Geld in der Region und fließe nicht an Erdöl oder Erdgas fördernde Länder ab. Bereits vor dem politischen Entschluss der Energiewende seien regionale Energieträger zur Produktion grüner Energien genutzt worden. Dabei habe der Gedanke der nachhaltigen Nutzung, die nicht zu Lasten des Klimas geht, eine wichtige Rolle gespielt.

"Im Zuge der Nutzung regenerativer Energiequellen darf aber auch die Bevölkerung nicht vergessen werden", führte Alexander Hake, Projektkoordinator der Bioenergieregion Kulturland Kreis Höxter, weiter aus. "Längerfristig hat die regionale Energieproduktion nur dann Zukunft, wenn sie von den vor Ort lebenden Menschen akzeptiert wird." Dazu gehöre ein regelmäßiger Austausch und die Möglichkeit zur Diskussion mit allen beteiligten Gruppierungen, um mögliche Konfliktfelder gezielt aufgreifen zu können. Zum Ende des Besuches wurden die Gäste durch den am Biomassehof eingerichteten Energielehrpfad geführt, der den Anbau und Nutzung von Energiepflanzen visuell am praktischen Beispiel erläutert.

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