Roman Kukowenko, Martin Ladage, Sabrina Meyer, Tobias Meyer und Marion Baranek (v. l.) bei der Arbeit. - © FOTO: DIRK LINNENBERG
Roman Kukowenko, Martin Ladage, Sabrina Meyer, Tobias Meyer und Marion Baranek (v. l.) bei der Arbeit. | © FOTO: DIRK LINNENBERG

Willebadessen Vom Bunker zur Sporthalle

Neuer Treffpunkt für Willebadessener Jugend / Erster Arbeitseinsatz

Willebadessen. Der Himmel ist bewölkt. Immer wieder gehen Regenschauer nieder. Astscheren knacken, eine Motorsense knattert. Unter den Geruch von moderigem, feuchtem Laub mischen sich Zweitakt-Abgase. Ein knappes Dutzend junger Leute trotzt dem Wetter und befreit ein überwuchertes Areal von Wildwuchs.

Diese Nachricht dürfte die Jugendlichen in Willebadessen freuen: Sie bekommen einen neuen Treffpunkt. Neben der Turnhalle stellt die Stadt ein Geländestück zur Verfügung, nachdem der alte Bunker, ein Betonbauwerk am Willebadessener Ortsrand, aus baurechtlichen Gründen als Anlaufstelle aufgegeben werden musste (die NW berichtete). Die Jugendlichen haben den neuen Ort bereits bezogen und begonnen, das Gelände herzurichten.

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"Die Suche nach einem geeigneten Platz war nicht einfach. Umso mehr hoffen wir, dass die jungen Menschen mit neuen Ort etwas anfangen können nach der erlebten Enttäuschung", sagt Bürgermeister Hans Hermann Bluhm. Die Jugendlichen hatten bereits Zeit und Arbeit in den Bunker investiert: "Wir waren schon frustriert, als wir dort wegmussten, hatten angefangen, uns das herzurichten. Müll gesammelt, Unkraut entfernt, Buschwerk zurückgeschnitten. Es hat uns dort gefallen. Aber jetzt sind wir gespannt auf den neuen Ort hier", beschreibt Tobias Meyer die Gefühlslage der jungen Leute. Ihn haben sie ihn zu ihrem Gruppensprecher ernannt.

Ein erster Arbeitseinsatz wurde auch schon gestartet: "Wir haben angefangen, das Gelände aufzuräumen und nutzbar zu machen, erst einmal Büsche, Sträucher und Bäume zurückgeschnitten. Jetzt müssen wir sehen, was wir noch machen können, bevor der Winter kommt", sagt Meyer. Die Jugendlichen sind sich einig: Der neue Treffpunkt ist ein geeigneter Ersatz für den Bunker. Meyer bringt es auf den Punkt: "Das hier ist ein guter Platz für uns, wir alle sind sehr froh", sagt er.

Die Stadt unterstützt das Projekt, hat für den Arbeitseinsatz Werkzeug und Gerät zur Verfügung gestellt. Auch die jungen Männer und Frauen haben von zu Hause Astscheren und Sägen mitgebracht. Getränke und Verpflegung kommen von der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) Willebadessen. Für das Vorhaben gibt es zudem eine Förderung durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL): "Wir haben einen Antrag gestellt und bekommen Mittel aus dem Förderprogramm ,Demokratie und Partizipation fördern 2012'. Die verschiedenen Gruppen Jugendlicher und junger Erwachsener sollen einerseits lernen, miteinander umzugehen. Andererseits sollen sie Erfahrungen machen, wie sie sich in das kommunale Leben, in die Gesellschaft einbringen und teilhaben können", informiert Michael Dempewulf von der KSJ.

Ein Name für die Unternehmung ist auch schon gefunden: "Gangnam Wood" haben die Jugendlichen ihr Projekt getauft. Für den neuen Treffpunkt suchen sie noch einen Bauwagen: "Sehr wahrscheinlich bekommen wir schon so einen Wagen. Aber wenn jemand noch einen weiteren alten Bauwagen hat, vielleicht eine Baufirma, wäre das toll, dann hätten wir bei schlechtem Wetter ausreichend Platz", hofft Meyer. Aber auch jede andere Form der Unterstützung ist willkommen: "Ob Geräte, Material, Hilfe bei Transporten und sonstigen Arbeiten, wir sind dankbar für jede Hilfe."

Später wollen sie vielleicht eine kleine Blockhütte errichten. "Die Jugendlichen sollen den neuen Treffpunkt gemeinsam nach ihren Ideen gestalten und nutzen, Verantwortung für sich, für die Gemeinschaft und für das Projekt übernehmen, damit liegen wir voll im Ziel des LWL-Programms", informiert Martin Ladage von der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe St. Johannisstift. Er betreut zusammen mit drei pädagogischen Fachkräften der KSJ Willebadessen das Vorhaben. "Die jungen Menschen sollen sich selbst einbringen, ihre Kreativität und auch ihre Arbeitskraft. Das steigert die Identifikation mit dem Projekt und die Wertschätzung für das Geschaffene."

Das Projekt richtet sich an alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Willebadessen: "Alle Jugendlichen-Gruppen sollen sich angesprochen fühlen. Jeder ist willkommen."

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