Laden ein: "In Schweckhausen wurde segensreich für die ganze Region gewirkt", sagt Helene Heiermeier von der Unteren Denkmalbehörde. Ortsbürgermeister Heinz-Jürgen Schmitt hat mit vielen Helfern die alte Schmiede und die Stellmacherei renoviert. Die Pläne für die Wasserschlossanlage zu dem beide Handwerksgebäude gehören sind damit noch längst nicht abgeschlossen. - © Dieter Scholz
Laden ein: "In Schweckhausen wurde segensreich für die ganze Region gewirkt", sagt Helene Heiermeier von der Unteren Denkmalbehörde. Ortsbürgermeister Heinz-Jürgen Schmitt hat mit vielen Helfern die alte Schmiede und die Stellmacherei renoviert. Die Pläne für die Wasserschlossanlage zu dem beide Handwerksgebäude gehören sind damit noch längst nicht abgeschlossen. | © Dieter Scholz

Schweckhausen Schweckhausen lädt erstmalig zum Denkmaltag ein

Seit den 1970er Jahren lagen in Schweckhausen Schmiede und Stellmacherei brach, dann kümmerten sich Dorfbewohner und regionale Firmen um die historischen Gebäude

Dieter Scholz

Schweckhausen. Das blau-weiße Hinweisschild am Ortseingang ist nicht zu übersehen. Im morgendlichen Sonnenlicht kündet es von dem, was da am Sonntag, 10. September, im beschaulichen 164-Seelen-Dorf zu erwarten sein wird: In Schweckhausen wird es zum "Tag des offenen Denkmals" sowohl informativ, als auch turbulent zugehen. Denn Ortsbürgermeister Heinz-Jürgen Schmitt und die Dorfgemeinschaft wollen ihren Gästen neben den schmucken historischen Gemäuern und deren Geschichte auch Unterhaltendes bieten. "Dafür werden wir auf dem Vorplatz des ehemaligen Wirtschaftshofs ein großes Zelt aufbauen", sagt Schmitt. Und auf der anderen Seite der Straßen werden in der Schmiede und der Stellmacherei die Türen weit offen stehen. "Die Sanierung der beiden Fachwerkgebäude war eine Rettung in letzter Minute", sagt Claudia Reck. Die Denkmalpflegerin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) lobt das große ehrenamtliche Engagement der Dorfbewohner, die sich intensiv um die Sanierung kümmerten und unzählige Stunden kräftig zupackten. Jahrelang hatten die beiden 1785 errichteten Nebengebäude des Wasserschlosses im Ort leer gestanden. Ihr Zustand hatte sich so sehr verschlechtert, dass sie drohten einzustürzen. Im April 2015 wechselten dann die Besitzverhältnisse. Die neuen Eigentümer, Stefan Rokoss und seine Lebenspartnerin, kurbelten mit ihrer Stiftung die Sanierung an. Der Investor gab die Pflege der Häuser in die Hände der Dorfgemeinschaft. Er zahlte, die Bürger halfen mit Zeit und Tatkraft. Am Sonntag werden die Schweckhäuser ab 11 Uhr das Ergebnis vorstellen und von Arbeiten und Plänen berichten. Die Schmiede ist zu Schauzwecken wieder nutzbar. In der Stellmacherei soll ein kleines Museum eingerichtet werden. "Das Projekt schweißt im Dorf alle zusammen", sagt Helene Heiermeier, Leiterin des Bauamtes und der Unteren Denkmalbehörde im Peckelsheimer Rathaus. "Wann immer Hilfe gebraucht wird, sind sofort Freiwillige zur Stelle", freut sich Ortsbürgermeister Schmitt. Schmied Bernhard Möller aus Uslar-Eschershausen wird am Sonntag an Esse und Amboss der historischen Schmiede filigrane Rosen schmieden, moderne Kunst im alten Gemäuer gibt es von Melanie Altrogge im Schloss, australische Instrumente werden gebaut, Kinder auf eine Rallye geschickt, die rollende Waldschule mit dem Jagdhornbläsern aus Peckelsheim werden auf dem Hof Station machen, Sängerinnen und Sänger des Gehrdener Projektchores Chor and Friends unterhalten, mit der Kutsche geht es durchs Dorf, im idyllischen Schlosshof werden Steaks angeboten, am Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen. Eigenes wurde für den Schautag mit Hilfe der Rheder-Brauerei das Schweck-hauser "Schmiedebier" aufgelegt. "In limitierter Auflage", macht Heinz-Jürgen Schmitt aufmerksam. Ebenso werden Tassen mit Motiven aus dem Ort angeboten. »Da könnte ein guter westfälischer Schinken reifen« Eine große Besucherschar wird im Ort erwartet. "Wenn der Tag vorbei ist, werde ich eins, zwei Wochen Pause machen", sagt der Ortsbürgermeister. Dann gehe es weiter. Am Mittwoch finde ein Gespräch mit dem Eigentümer statt, sagt Helene Heiermeier. Am Freitag mit dem neuen Architekten. Noch in diesem Jahr könnte der angebaute Mittelbau zwischen ehemaligem Kuhstall und der Melkerei abgerissen werden. Es tut sich vieles rund um das denkmalgeschützte Wasserschloss mit seinen drei Teichen und dem Park. Und auch der Ortsbürgermeister hat noch viel vor. Schmitt schaut in der Schmiede unters reparierte Dach. "Da könnte ein guter westfälischer Schinken reifen", lächelt er.

realisiert durch evolver group