Im Vortagssaal: Kuratorin Helga Kambartel vor Porträts von Freud und „Schimanski"der Gütersloher Künstlerin Irmela Osthus. - © Burkhard Battran
Im Vortagssaal: Kuratorin Helga Kambartel vor Porträts von Freud und „Schimanski"der Gütersloher Künstlerin Irmela Osthus. | © Burkhard Battran

Willebadessen Künstlerinnen aus ganz Deutschland erobern das Schloss Willebadessen

50 Künstlerinnen der bundesweiten Gedok-Vereinigung stellen sich dem Thema des Alterns

Burkhard Battran

Willebadessen. 50 Künstlerinnen mit rund 150 Arbeiten in 18 Ausstellungsräumen. Und zählt man die Flure und Nebenräume mit, sind es über 20. Das Schloss Willebadessen verwandelt sich somit zum achten Mal in Folge in eine Ausstellungshalle für moderne Kunst. Die Jahresausstellung der Künstlerinnenvereinigung Gedok in Willebadessen ist eine kleine Documenta, die ausschließlich von Frauen gemacht wird. „Unter dem Motto Forever Young stellen wir uns in diesem Jahr der Thematik des Alterns und es ist wirklich erstaunlich, in welcher Vielschichtigkeit die Künstlerinnen die Frage angegangen sind", sagt Kuratorin Helga Kambartel von der Detmolder Gedok-Owl, die die Ausstellung organisiert hat. Männerfeindlichkeit kann man der Gedok nicht vorwerfen. Gleich unten links im Vortragssaal wird der Besucher von Porträts von Schauspieler Götz George als „Schimanski" an eine Säule gelehnt und dem Maler Lucian Freud in einem Sessel sitzend, empfangen. Es ist der Auftakt zu einem höchst facettenreichen Schlossrundgang durch die Welt moderner Kunstgestaltung. „Ganz wichtig war es uns, auch die Räume selbst zum Gegenstand der Kunst zu machen, weshalb das Thema der Rauminstallation eine ganz zentrale Rolle spielt", betont Kuratorin Kambartel. Beispielsweise hat die Bremer Künstlerin Beate Möller die historische Klosterwaschküche mit ihrer Installation „Artifical Life" in ein bizarres Genlabor verwandelt. In einer 18 Meter langen Bodeninstallation aus 450 CD-Roms und ebenso vielen Glaskugeln hat die Lübecker Künstlerin Mareille Schröder dem Kreuzgang eine neue Anmutigkeit verliehen. „Die Idee ließ sich nur deshalb umsetzen, weil die CD-Scheiben genau in die Umrandung des Fliesenmusters aus dem 19. Jahrhundert passten", erläutert Kuratorin Kambartel. Die ehemalige Fernsehrichterin und in Petershagen lebende Gedok-Künstlerin Barbara Salesch hat sich ebenfalls an der Ausstellung beteiligt und einen Raum mit ihren Arbeiten gestaltet und wird zur Finissage am 3. Oktober um 14 Uhr ein Gesprächsforum leiten.

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