Das Aus für den Discounter: Die Aldi-Filiale in Willebadessen schließt spätestens zum 30. Juni. - © Hermann Ludwig
Das Aus für den Discounter: Die Aldi-Filiale in Willebadessen schließt spätestens zum 30. Juni. | © Hermann Ludwig

Willebadessen Aldi schließt im Willebadessen

Lebensmittelhandel: Mitarbeiter werden nach der Schließung des Discount-Marktes allesamt in benachbarten Filialen eingesetzt. Ein Sonderposten-Markt könnte die Immobilie nutzen

Hermann Ludwig

Willebadessen. Die Immobilienverwaltung des Konzerns Aldi Nord hat jetzt der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass der Markt in Willebadessen spätestens zum 30. Juni aufgegeben werde. "Zur Schließung des Marktes sagt Aldi, dass Willebadessen einer der umsatzschwächeren Märkte ist und Aldi nach dem neuen Konzept insgesamt im Bereich Nord bis zu 270 Märkte schließen wird", erklärte Bürgermeister Hans Hermann Bluhm die Hintergründe. Es seien wirtschaftliche Überlegungen, die zur Schließung führen würden. "Und wirtschaftlich ist ein Markt, wenn dort genügend Umsatz gemacht wird. Genügend Umsatz macht ein Markt, wenn dort Kunden genügend einkaufen", meinte der Bürgermeister. Im Interesse der Eigentümer des Aldi-Marktes, aber auch im Interesse der Willebadessener Bürger sei man bemüht, eine Nachnutzung für die Immobilie zu finden, sagt Manuel Sentker von Aldi Nord. "Auf Grund des relativ kleinen Einzugsgebietes war es schwierig, eine wirtschaftliche Nachnutzung zu verwirklichen", so der Pressesprecher. Nach intensiven Bemühungen sei es gelungen, das Unternehmen Expo-Börse für das Objekt zu interessieren. "Für eine Ansiedlung müsste allerdings der Bebauungsplan geändert werden", sagt Sentker. "Da warten wir noch auf grünes Licht, ein Leerstand wäre jedoch für alle Beteiligten von Nachteil", so Sentker. Der Ausschuss für bauliche und wirtschaftliche Entwicklung des Willebadessener Stadtrates hatte im September 2017 beschlossen, zunächst auf eine Änderung des Bebauungsplanes zu verzichten. Schon im vergangenen Jahr hatte Kimon Mantzouridis, Leiter der Abteilung Immobilien und Expansion bei Aldi Nord, erklärt, dass der Standort zur Diskussion stehe. Die Filiale in Willebadessen gehöre zu den 500 schlecht laufenden Filialen, deren Zukunft auf dem Prüfstand stünden. Die Nachbarschaft zum Rewe-Markt sei zwar ein Standortvorteil, für den Umsatz gleichzeitig aber auch ein Nachteil. Hintergrund ist eine Grundsatzentscheidung des Unternehmens aus dem Jahr 2012. Sie sieht vor, das bundesweite Filialnetz neu aufzustellen. Die bestehenden Märkte sollen vergrößert und modernisiert werden. Die Folge: 500 der ursprünglich 2.500 Einrichtungen müssen weichen. Manuel Sentker erklärte, dass es für die die Aldi-Standorte in Scherfede, Borgentreich und Warburg derzeit keine Schließungs- oder Veränderungspläne gebe. Alle Mitarbeiter aus Willebadessen würden in benachbarten Filialen eingesetzt.

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