Verkehrsexperte: Stefan Atorf (nph) informierte über Mobilitätskonzepte. - © Hermann Ludwig
Verkehrsexperte: Stefan Atorf (nph) informierte über Mobilitätskonzepte. | © Hermann Ludwig

Willebadessen Neue Mobilitätskonzepte werden im Willebadessener Rat vorgestellt

Hermann Ludwig

Willebadessen. Über Chancen der Mobilität informierte in der Ratssitzung der Stadt Willebadessen Stefan Atorf vom Nahverkehrsverbund nph. Der stellvertretende nph-Geschäftsführer zeigte den Ratsmitgliedern Möglichkeiten auf, wie sie die Mobilität vernetzen können. Als Vorzeigeprojekt in der Region habe man jetzt eine Mobilitätsstation in Altenbeken eingerichtet, weitere Stationen seien in Brakel, Höxter und vielleicht auch in Warburg geplant. Reisende können hier von Bahn oder Bus auf Miet-Autos und Leih-Fahrräder oder den eigenen Drahtesel umsteigen - auch umgekehrt. Acht Leih-E-Bikes sind in Altenbeken untergestellt. Der Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter (nph) plant im Hochstift weitere 29 dieser Stationen. "Die Mobilität ist im Umbruch, es gibt die Wende hin zum Teilen", betonte Atorf. Das Thema Teilen bei Autos und Fahrrädern sei das beherrschende Thema der Zukunft, so der Verkehrsexperte. "Das wird kommen. Die am Auto orientierte Verkehrsplanung der letzten Jahrzehnte unterliegt einem Wandel. Wenn wir so weiter machen wie in der Vergangenheit, ist irgendwann der Ofen aus", meinte Atorf im Hinblick auf alte Verkehrssysteme. Notwendig seien die Verkehrswende und die Energiewende im Verkehrssektor. "Der Reisende soll die Wahl haben", erklärte Atorf mit Blick auf die Mobilitätsstation, die auch im Stadtgebiet Willebadessen angesiedelt werden könnte, möglicherweise am Bahnhof in Willebadessen und am Busbahnhof in Peckelsheim. Hier sei die Kommune gefordert, sich an dem Prozess zu beteiligen. Verkehrsexperten fordern ein gemeinschaftliches kommunales Planen und Handeln, das alle Verkehrsträger von Bus und Bahn über attraktive Fahrrad- und Fußwege und Car-Sharing bis zu Fahrgemeinschaften als Teile eines ganzheitlichen Systems betrachtet. Um Zuschüsse zu erhalten, müssen an den Stationen mindestens drei Verkehrsmittel kombiniert werden, zum Beispiel Bus, Auto und Fahrrad, zudem muss mindestens ein Sharing-System (Auto oder Fahrrad) angeboten werden. Intensiv wird auch an einer Fahr-mit-App gearbeitet, um Buchung, Vermittlung und Abrechnung verlässlich zu verknüpfen und anwenderfreundliche zu gestalten.

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