Baubeginn: Mit einem Bagger werden die Betonplatten auf dem Platz vor dem Schloss Schweckhausen entfernt. In zirka drei Wochen soll das Gelände dort begradigt und 18 Linden gepflanzt worden sein. Die Arbeiten sind ein weiterer Schritt im Renovierungsplan der Schlossbesitzer. - © Angelina Kuhlmann
Baubeginn: Mit einem Bagger werden die Betonplatten auf dem Platz vor dem Schloss Schweckhausen entfernt. In zirka drei Wochen soll das Gelände dort begradigt und 18 Linden gepflanzt worden sein. Die Arbeiten sind ein weiterer Schritt im Renovierungsplan der Schlossbesitzer. | © Angelina Kuhlmann

Willebadessen Am Denkmal wird gebaggert

Schloss Schweckhausen: Die Restaurierung des Ostturms ist fast abgeschlossen. Am Montag startete ein Bagger mit dem nächsten Projekt. Auf dem Vorplatz entsteht eine Lindenallee

Angelina Kuhlmann

Schweckhausen. Als würde der Boden aus Pappe und nicht aus Beton bestehen, so leicht sieht es aus, wenn der Bagger die grauen Platten anhebt und zerkleinert. Spätestens in drei Wochen sollen alle Steinplatten vom Vorplatz des Schlosses in Schweckhausen verschwunden und die Bodenfläche begradigt worden sein. "Die Betonflächen werden jetzt vollständig abgerissen. Da stand mal ein alter Pferdestall", sagt Ortsbürgermeister Heinz-Jürgen Schmitt. Ist der Stein erstmal entfernt, werden 18 Linden im Abstand von zehn Metern entlang der alten Gebäudelinien gepflanzt. So bleibt der rechteckige Grundriss des nicht mehr vorhandenen historischen Gebäudes symbolisch erhalten. Vier weitere Bäume werden entlang des Mühlenweges hinauf zur L 837 eingepflanzt. "Die Linden sind dann schon fünf Meter hoch und die Kronen haben einen Durchmesser von zwei bis drei Metern", erklärt Schmitt. Der alte Stall auf dem Platz sei 2014 abgerissen worden. Dabei sei in einer Steinwand eine alte Flasche gefunden worden. Im Innern befand sich eine Urkunde von 1841, die den Bau des Stalls belegte. Schmitt: "Darauf stand: ?Ich Hermann Bierbaum, im Alter von 29 Jahren, baue dieses Gebäude und suche eine Frau zum Heiraten?". Dieses Gesuch habe wohl nicht zum Erfolg geführt, vermutet der Ortsbürgermeister lächelnd. "1845 wurde das Schloss an den Herzog von Croy verkauft", sagt er. Schmitt ist froh, dass die Arbeiten im und am Schloss im neuen Jahr direkt in die nächste Runde gehen. Die Baustelle auf dem Vorplatz ist der zweite Schritt innerhalb eines großen Maßnahmenpakets, das die Besitzer des Schlosses zur vollständigen Renovierung der Gebäude und des Geländes umsetzen wollen. Ende des vergangenen Jahres wurde mit der Restaurierung des Ostturms (die NW berichtete) und der Fenster im Schloss begonnen. »Dann kommt auch noch der marode Anbau weg« An den Fenstern werde immer noch gearbeitet, so Heinz-Jürgen Schmitt. "Als Nächstes ist, wenn wir Glück haben, die Turmuhr dran. Und wenn es klappt, dann kommt auch noch der marode Anbau hier weg", sagt Schmitt und zeigt auf die Erweiterung des noch bestehenden Stallgebäudes. Die ist stark baufällig. "So geht es Schritt für Schritt weiter", blickt Schmitt positiv in die Zukunft. Er hofft, dass mittlerweile auch die letzten Skeptiker vom Erfolg der Umbaupläne überzeugt seien. Eine Woche lang werden nun der alte Beton vor den Wirtschaftsgebäuden abgetragen und der Boden so aufgearbeitet, dass die Bäume Wurzeln schlagen können. Die Pflanzung soll in zwei bis drei Wochen beginnen. Ziel ist, dass dort eine grüne Fläche entsteht, die für Open-Air-Veranstaltungen genutzt werden kann. "Die Fläche dürfen wir als Ort dann auch nutzen", klärt Schmitt auf. Um die Lindenreihen herum soll dann noch ein Weg entstehen. Dafür werden die alten Betonplatten, die momentan abgetragen werden, geschreddert, um Füllmaterial zu erhalten. Ob und wann dann mit der äußeren Renovierung des Schlossgebäudes gestartet werden kann, hänge, so Heinz-Jürgen Schmitt, von der Entscheidung über die neuen Windräder in der Nähe ab.

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