Willebadessen Eine Bilanz nach zwei Jahren Flüchtlingshilfe

Gesellschaft: Diakon Dirk Gellert zieht ein Resümee zur Flüchtlingsarbeit in Willebadessen. "Alle tragen zum Gelingen der Integration bei", sagt der katholische Geistliche

Willebadessen. Im Dezember waren es zwei Jahre, in denen sich die katholische Pfarrgemeinde St. Vitus in Willebadessen um die ortsansässigen Flüchtlinge, überwiegend Familien mit Kindern, kümmert. "Wenn auch die konkrete, regelmäßige Flüchtlingsarbeit nur von wenigen getragen wurde, so war doch die Hilfsbereitschaft sehr groß", blickt Diakon Dirk Gellert zurück. Viele Personen, Vereine und Betriebe, die Grundschule und die Kindergärten hätten von Anfang an "zu einer menschenwürdigen Willkommenskultur" beigetragen. Ne-ben der Stadt Willebadessen, seien es auch immer wieder die AWO und die "Helfenden Hände" aus Peckelsheim gewesen, die die Flüchtlinge in tatkräftig unterstützt hätten. "Inzwischen sind einige Flüchtlinge schon wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, andere nehmen an Sprach- und Integrationskursen teil, sind berufstätig oder absolvieren eine Ausbildung", weiß der katholische Geistliche. "Obwohl es bei der Flüchtlingsarbeit auch Enttäuschungen und Schwierigkeiten gab, so ist doch die Situation in Willebadessen insgesamt positiv zu sehen", bewertet Gellert. Angesichts unterschiedlicher Nachrichten über kriminelle Flüchtlinge in Deutschland wie auch im übrigen Europa, gebe es aber auch in Willebadessen Vorbehalte und Misstrauen gegenüber den Asylsuchenden, hält Gellert fest. "Davon abgesehen, dass Angriffe auf unsere Demokratie und Rechtsstaatlichkeit von wem auch immer, absolut nicht hinnehmbar sind, verhindert und strafrechtlich verfolgt werden müssen, darf deswegen aber nicht jeder Asylsuchende unter Generalverdacht gestellt werden", betont der Diakon. Wachsamkeit gegenüber Missachtung von Recht und Gesetz und gleichzeitige Offenheit gegenüber Hilfsbedürftigen seien kein Widerspruch. Die Kirche habe über ihre Hilfe für Flüchtlinge hinaus nie vergessen, dass sie zu allen Menschen gesandt und für alle da sei. Mittlerweile seien auch "die Flüchtlinge in die Pflicht genommen und befähigt, sofern es ihnen rechtlich möglich ist, in Eigenständigkeit ihren Beitrag für die Gesellschaft und zur Integration zu leisten, wozu auch eine große Bereitschaft besteht", so Gellert abschließend.

realisiert durch evolver group