Die Lebenshilfe baut an: Architekt Meinolf Claes, Jerome Major von der Lebenshilfe, Polier Peter Neufeld von der Firma Schönhoff, Ingo Rüchel (Vorsitzender der Lebenshilfe) sowie Lothar Jonietz, Leiter der Wohnstätte, posieren an der Baustelle. - © Katharina Engelhardt
Die Lebenshilfe baut an: Architekt Meinolf Claes, Jerome Major von der Lebenshilfe, Polier Peter Neufeld von der Firma Schönhoff, Ingo Rüchel (Vorsitzender der Lebenshilfe) sowie Lothar Jonietz, Leiter der Wohnstätte, posieren an der Baustelle. | © Katharina Engelhardt

Peckelsheim Lebenshilfe baut Wohneinrichtung aus

Erweiterung: Lebenshilfe kann künftig 24 Menschen mit Behinderungen in der Einrichtung am Prozessionsweg betreuen

Katharina Engelhardt

Peckelsheim. Die Lebenshilfe Brakel erweitert ihre Wohneinrichtung in Peckelsheim. Künftig sollen statt bisher 22 Menschen 24 Personen mit einer Behinderung in der Wohnanlage betreut werden. Auch die Art der Unterbringung soll deutlich aufgewertet werden. Durch mehr Einzelzimmer statt wie bisher in überwiegend Doppelzimmern sollen sich die Bewohner künftig wohler fühlen, mehr Privatsphäre erhalten und sich dadurch individueller entfalten können. Eine Millionen Euro lässt sich die Lebenshilfe den Umbau kosten. 360.000 Euro davon trägt die Stiftung Wohlfahrtspflege. "Ohne deren Unterstützung wäre das Projekt gar nicht möglich gewesen", erklärt Jerome Major, Geschäftsführer der Lebenshilfe Brakel. Mit der Erweiterungsmaßnahme werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen umgesetzt, die durch das Wohn- und Teilhabegesetz vorgegeben sind. "Diese sehen unter anderem eine 80-prozentige Einzelquote für Wohneinrichtungen vor. Außerdem gelten heutzutage andere Maßstäbe, was die Barrierefreiheit betrifft: In den Anbauten werden elektrische Türen installiert, die Duschen beispielsweise sind mindestens 1,20 Meter breit und noch breiter für Rollstuhlfahrer. Alle Bewohner erhalten ihr eigenes Badezimmer Das bisherige Wohnhaus der Lebenshilfe am Prozessionsweg bekommt zwei Anbauten: An der nördlichen Seite entsteht ein zweistöckiger Komplex, der als "Tagesstruktur" geplant ist. "Das bedeutet, dass wir dort Zimmer und Aufenthaltsräume einrichten möchten, in denen die internen und auch externen Nutzern ihre Freizeit gestalten können", sagt Lothar Jonietz. Dort können sie zum Beispiel in einer Gemeinschaftsküche kochen, ihren Hobbys nachgehen, zum Beispiel basteln, oder gemeinsam Fernsehen schauen. An der Südseite entsteht der neue Wohnkomplex mit zusätzlichen acht neuen Einzelzimmern. Auf insgesamt 400 Quadratmetern erhalten die Bewohner auch alle ihr eigenes Badezimmer. "Das sollte natürlich längst ein Standard sein", sagt Jerome Major, "bei dem Bau des Wohnhauses im Jahr 1992 hat es natürlich noch ganz andere Vorgaben gegeben." Beide Anbauten sollen per Durchbruch mit dem Haupthaus verbunden werden. Mit der Fertigstellung rechnen die Bauherren im Spätsommer kommenden Jahres. Die Bewohner indes verfolgen mit Spannung die Bautätigkeiten rund um ihr Haus. Anfang November sind die ersten Bagger angerollt und haben das Erdreich vorbereitet. Kurz vor der Fertigstellung der beiden Anbauten sollen die Bewohner in eine Freizeit gehen: "Wenn die Installationen und Anschlüsse gemacht werden, wird es einfach zu laut", sagt Wohnstättenleiter Lothar Jonietz.

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