Warburg Seidenschwänze machen in OWL Station

Seltene Vogel-Invasion der nordeuropäischen Tiere

Warburger Land. "Was mag das für ein Vogel sein", fragen sich einige Warburger in diesen Tagen. Am Apfelbaum oder in Sträuchern sitzen dort Vögel, die auf den ersten Blick wie Staren aussehen. Der Expertenblick verrät allerdings oftmals: Dies sind Seidenschwänze.

Die seltenen Wintergäste aus Richtung Norden kommen momentan in ganzen Schwärmen nach Deutschland. Auch in der Warburger Börde sprechen die Ornithologen von einer momentanen Seidenschwanz-Invasion.

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Gerne halten sich die gefiederten Schönheiten in Apfelbäumen mit noch hängenden Äpfeln auf oder sitzen in Schneeballsträuchern und picken an ihrer Lieblingsspeise, den roten Beeren dieses Strauches. Aber auch Mehlbeeren gehören zur bevorzugten Nahrung der Seidenschwänze, obwohl sie sich in ihren Brutgebieten in Nordfinnland und Nordrussland im Sommer von Insekten ernähren und auch ihre Brut damit füttern.

Seidenschwänze werden von Ornithologen als Invasionsvögel bezeichnet, da sie nur alle zehn Jahre einmal in großer Zahl nach Mitteleuropa ziehen, um dort zu überwintern. Zuletzt war dies im Jahr 2004 der Fall. In den Jahren kommen nur vereinzelt Seidenschwänze im Winter in die Region.

Seit kurzem werden sie aber auch im Warburger Land gesichtet. Und in den kommenden Wochen werden noch mehr von ihnen in der Region erwartet. Große Trupps haben bereits vor Wochen die Ostsee überquert und halten sich bisher weitgehend in Ostdeutschland auf.

Wer die seltenen Seidenschwänze entdecken und einmal sehen will, sollte nicht an Futterhäusern suchen – dort halten sie sich in der Regel nicht auf.

Auffallend und unverwechselbar sind beim Seidenschwanz die Haube, die gelbe Schwanzspitze und die roten so genannten "Siegellackplättchen" in den Flügeln.

Verwechselt mit dem Star wird der graubraune Seidenschwänze vor allem wegen seiner Größe: Der Wintergast aus dem hohen Norden ist fast genauso groß wie der Star.

Die Vogelbeobachtungen in Deutschland werden zentral gesammelt bei www.ornitho.de.

Wer einen Seidenschwanz sichtet, kann sich allerdings auch in Warburg an Dr. Manfred Hölke unter E-Mail hoellkerm@gmx.de wenden.
 

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