Felix Fechenbach mit seiner zweiten Frau Irma und den Kinder Kurt (v. l.), Hanni und Lotti im Jahr 1931. - © FOTO: PRIVAT
Felix Fechenbach mit seiner zweiten Frau Irma und den Kinder Kurt (v. l.), Hanni und Lotti im Jahr 1931. | © FOTO: PRIVAT

WARBURG-SCHERFEDE "Mutiger Streiter für Demokratie und Toleranz"

Gedenkfeier am Sonntag für Felix Fechenbach

VON PETER URES

Warburg-Scherfede. Am 7. August jährt sich zum 78. Mal der Tag, an dem Felix Fechenbach im Wald zwischen Scherfede und Kleinenberg von den Nazis ermordet wurde. Zur Erinnerung an den Tod Fechenbachs laden die Felix-Fechenbach-Stiftung sowie die Sozialdemokraten aus der Region zu einer Gedenkfeier ein, die am Sonntag um 15.30 Uhr stattfindet.

Felix Fechenbach war deutscher Jude, Sozialdemokrat und Journalist in Detmold, dessen Zeitungskolumnen ihn bei der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter Partei (NSDAP) verhasst machten. Er kam in Schutzhaft und sollte im August 1933 in das Konzentrationslager nach Dachau gebracht werden. Fechenbachs Leben endete in Warburg durch Mitglieder der Sturm-Abteilung (SA), die auf ihn schossen, weil er angeblich fliehen wollte.

Aus diesem Anlass findet jährlich an der Felix-Fechenbach-Gedenkstätte im Kleinenberger Wald an der Bundesstraße 68 zwischen Scherfede und Kleinenberg ein Gedenken statt. Nach der Feierstunde besteht am Sonntag die Möglichkeit, das Grab von Felix Fechenbach auf dem jüdischen Friedhof in Rimbeck zu besuchen.

"Die Felix-Fechenbach-Stiftung ist eine allgemeine selbständige Stiftung des bürgerlichen Rechts und hat ihren Sitz in Detmold. Zweck der Stiftung ist die Förderung demokratischen, sozialen oder schriftlichen Engagements, das sich am Geiste der Arbeit und des Wirkens von Felix Fechenbach orientiert", informiert der Stiftungsvorstand. Hierzu gehöre auch die Förderung des Andenkens und des Lebenswerkes des Ermordeten.

"Felix Fechenbach war ein mutiger Streiter für Demokratie, Toleranz und Gerechtigkeit. Als Sozialdemokrat, Jude, Journalist und Pazifist bezog er eindeutig Stellung. Als Sohn einer Handwerkerfamilie wurde er im Jahr 1894 geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er Sekretär bei Kurt Eisner in der Zeit der ,Münchener Räterepublik’. 1929 wurde er Redakteur beim ,Lippischen Volksblatt’ in Detmold. Mit spitzer Feder schrieb er gegen die aufkommende Nazi-Bewegung an.

Seine Kolumne des ,Nazi-Jüsken’, in der er Interna über die Nationalsozialisten in Lippe veröffentlichte, brachte ihm den besonderen Hass der Nazis ein.

Nach dem 30. Januar 1933 begann eine Hetzjagd auf Fechenbach, die mit seiner Inhaftierung und der Ermordung auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau am 7. August 1933 endete. Heute tragen Straßen, Schulen und eine Buchhandlung den Namen Felix Fechenbachs", so die Veranstalter der Gedenkfeier.

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