Christel Engemann zeigt eine Fotografie ihrer vermissten Katze. - © FOTO: THOMAS FUEST
Christel Engemann zeigt eine Fotografie ihrer vermissten Katze. | © FOTO: THOMAS FUEST

BÜHNE Wenn die Katze nicht mehr heimkehrt

Eine Tierfreundin aus Bühne vermisst seit Wochen ihre Katze und vermutet hinter dem Verschwinden ein Delikt

Bühne. Katzenfänger, so vermutet Christel Engemann, seien in Bühne unterwegs. Im Alsterdorf sind in letzter Zeit sieben Katzen spurlos verschwunden, sagt sie. In vier Fällen wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Die Trauer über das vermisste geliebte Tier ist groß: Christel Engemanns Katze verschwand in der Nacht zum 8. April. "In dieser Nacht verschwand auch eine weitere Katze in der oberen Vitusstraße", meldet die Katzenfreundin. Die Katze ihres Nachbarn werde seit dem 1. April vermisst, eine weitere, deren Heim auf dem Spiegelhof war, seit Mitte März. Zudem verschwanden vier Katzen im April und Mai jeweils zu zweit aus einem etwas abseits gelegenen Stall.

Christel Engemann hatte zunächst gedacht, ihre Katze sei überfahren worden. Sie fragte bei den Nachbarn nach, suchte Gräben und straßennahe Felder ab, wandte sich an den Straßenbetrieb in Peckelsheim und den Bauhof in Borgentreich. "Da die Katze gechipt und sterilisiert war, führte die Suche auch über Tierärzte und Tierheime sowie über Tasso, den Registrierdienst für Haustiere", berichtet die Seniorin. Alles ohne Erfolg.

Im Internet erfuhr die Katzenfreundin von "dubiosen Kleidersammlungen, bei denen immer wieder Katzen verschwinden". Engemann erkundete die Seiten: "Auf der Webseite wird erklärt, dass manchmal solche Sammlungen ausgenutzt werden, um Nachbarschaften nach Haustiere auszukundschaften", sagt sie. Die Haustiere würden so gut wie nie im direkten Zusammenhang mit den Sammlungen stehen. Etwas später, meistens nachts, würden dann Katzen mit Lockstoffen angelockt. "Sie verschwinden heimlich, still und leise", sagt Engemann. Da Katzen eigenwillige Zeitgenossen seien, werde oft gedacht, sie hätten sich von sich aus abgesetzt. Dabei gebe es offenbar einen Schwarzmarkt für Katzenfelle, die zu Rheumadecken verarbeitet werden, oder für Versuchstiere in Laboren, spekuliert die Bühnerin. Sie möchte Katzenbesitzer aufklären und warnen. "Wem ist eine Katze in letzter Zeit auf unerklärliche Weise abhanden gekommen?", fragt sie und fordert die Besitzer auf, sich bei der Polizei zu melden und Anzeige zu erstatten.

Nur so könne ermessen werden, wie groß das Ausmaß des aktuellen Katzenverschwindens in der Region sei. Wichtig sei es auch, Beobachtungen zu melden, die, wie die unangemeldeten Altkleider-Sammlungen, mit dem vermeintlichen Katzenklau in Zusammenhang stehen könnten.

Dazu rät auch die Kreispolizeibehörde, die bisher allerdings noch keine konkreten Hinweise auf Katzenklau fand.

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