Von links: Johannes Mettgen, Dirk Ungerland, Andreas Ahlemeyer, Johannes Puschmann, Christoph Evers, Julia Floren, Elmar Menne und Reinhard Wiehe. - © Vivien Tharun
Von links: Johannes Mettgen, Dirk Ungerland, Andreas Ahlemeyer, Johannes Puschmann, Christoph Evers, Julia Floren, Elmar Menne und Reinhard Wiehe. | © Vivien Tharun

Hohenwepel Agravis ist nun in Hohenwepel

Ab dem 8. Dezember werden am neuen Standort des Kornhauses alle landwirtschaftlichen Vorgänge abgewickelt. Das Gelände bietet großen Landmaschinen deutlich mehr Platz als früher

Vivien Tharun

Hohenwepel. Schon von Dössel oder der Bundesstraße 252 sind sie nicht zu übersehen: die fast 30 Meter hohen Metallsilos an der Feldmark 17. „In Rekordzeit" habe das Agravis Kornhaus Warburg es geschafft, dort die neue zentrale Anlaufstelle für Erntegut zu bauen, sagt Betriebsstandortleiter Reinhard Wiehe. Ab heute werden dort alle Vorgänge abgewickelt, für die Landwirte früher in die Warburger Landfurt oder nach Eissen mussten. „Unser Standort in der Landfurt konnte nicht ausgebaut werden", sagt Dirk Ungerland, Geschäftsführer bei Agravis Ostwestfalen. Für die ständig größer gebauten Landmaschinen der Bauern wurde es dort eng. In Eissen war die Situation ähnlich. Daher habe sich die Firma entschlossen, auf einem 4,5 Hektar großen Grundstück für acht Millionen Euro neu zu bauen. 22.000 Tonnen Weizen passen in die vier Silos Die Kosten wurden laut Ungerland eingehalten, der Bau verlief zügig. „Schon am 12. Juli dieses Jahres konnten wir beginnen, Ernten hier in den Silos einzulagern", sagt Ungerland. Am Ende befanden sich Dreiviertel der für Agravis üblichen Ernte aus der Region in Hohenwepel, was ungefähr 16.000 Tonnen Gewicht entspricht. „Insgesamt können die vier neuen Silos 22.000 Tonnen Weizen aufnehmen", sagt Wiehe. Jeder dieser metallenen Türme ist 28 Meter hoch, der Kontrollsteg über ihnen verläuft in 33 Metern Höhe. „Das Fassungsvermögen liegt bei jeweils 5.500 Tonnen Weizen", sagt Wiehe. Auch Gerste und Raps werden hier gelagert. Ihre Körner haben allerdings eine andere Größe und Gewicht, wodurch sie in den Silos nicht das gleiche Volumen wie Weizen haben. In den Hallen vor den Silos lagern Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Längerfristig sollen auch Heizöl und Diesel an der neuen Adresse verwahrt werden, doch für die Verlegung gebe es noch keinen festen Zeitpunkt, sagt Wiehe. Zunächst steht für das kommende Jahr an, noch einen Trockner und eine Saatgutaufbereitungsanlage für knapp eine Million Euro anzuschaffen, so Wiehe und Ungerland. Die neue Anlage in Hohenwepel muss alle Aufgaben übernehmen, die sich vorher auf Warburg und Eissen verteilt haben. Somit sei es bei der Planung wichtig gewesen, moderne, leistungsfähigere Technik zu installieren und den großen Treckeranhängern mehr Platz zu bieten. Um die angelieferte Ware kontrollieren zu können, baut Agravis Warburg gerade das eigene Labor weiter aus. Von jeder Lieferung werden Proben genommen und auf ihre Qualität geprüft. Zudem muss immer eine kleine Menge Saatgut in einem deutlich beschrifteten Beutel aufbewahrt werden, um bei Rückfragen Belege zu haben. „Im Labor testen wir, ob das gelieferte Saatgut sich für Nahrungsmittel, oder eher Tierfutter eignet", sagt Wiehe. In den vergangenen Jahren eigneten sich etwa 80 Prozent des Weizens für Backwaren und 20 Prozent für Futter. „Aber dieses Jahr war es schlechter. Da war das Verhältnis ungefähr fünfzig-fünfzig", sagt Wiehe. Die einzelnen Test führt unter anderem der kaufmännische Angestellte Christoph Evers durch. Er ist einer von sieben Mitarbeitern in Hohenwepel: „Niemand wurde entlassen. Alle Mitarbeiter aus Eissen und Warburg sind entweder hier eingesetzt, oder an einer unserer weiteren Stellen", sagt Geschäftsführer Ungerland. Wie es mit dem alten Grundstück an der Landfurt weiter geht, dessen Turm aus den 1960er Jahren über die Stadt ragt, ist noch nicht klar. Zwar gebe es Kaufinteressenten, doch die Gespräche dazu sollen erst im kommenden Jahr abgewickelt werden. Zunächst sei es wichtig, alle aktuellen Vorgänge für Hohenwepel abzuschließen, sagt Ungerland.

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