Die Schuleingangsuntersuchung soll ab sofort nur noch in Höxter stattfinden. - © Foto: Picture Alliance
Die Schuleingangsuntersuchung soll ab sofort nur noch in Höxter stattfinden. | © Foto: Picture Alliance

Warburg Stadtrat setzt sich für dezentrale Eingangsuntersuchung ein

Harsche Kritik an der Vorgehensweise des Kreises

Einstimmig fasste gestern Abend der Rat der Stadt Warburg auf Antrag der Fraktion B90/Die Grünen den Beschluss, die Schuleingangsuntersuchung künftig dezentral an drei Standorten in Brakel, Höxter und Warburg durchzuführen. Dafür gab es Applaus von vielen Eltern auf der Zuhörerbank. Hilla Zavelberg-Simon hatte im Namen der Fraktion beantragt, dass die Erstklässler entgegen des Kreistagsbeschlusses weiterhin das Angebot erhalten sollen, die Schuluntersuchung in Warburg wahrnehmen zu können. Die CDU-Fraktion schloss sich der Argumentation der Bündnisgrünen an, regte aber an, die dezentrale Lösung mit drei Standorten im Norden, Mitte und Süden anzubieten. „Wir wollen uns nicht nur für die Warburger Lösung stark machen, sondern alle Eltern im Kreis berücksichtigen", meinte Hubertus Kuhaupt (CDU).  1.000 Eltern betroffen Die Kreisverwaltung Höxter hatte aus organisatorischen Gründen beschlossen, dass die Schuleingangsuntersuchungen künftig zentral beim Kreisgesundheitsamt des in Höxter durchgeführt werden sollen. Dieses hat zur Folge, dass künftig rund 1.000 Eltern hierfür nach Höxter fahren müssen. Diese Untersuchungen sind bisher in den jeweiligen Schulgebäuden durchgeführt worden. „Die Schulverwaltungsämter der Städte im Kreis Höxter sind vorher über diese geänderte Vorgehensweise nicht informiert worden. Dieses hat auch bereits zu Unmut in der Arbeitsgemeinschaft Schulverwaltungsämter des Kreises Höxter geführt", erklärte Bürgermeister Stickeln, der jetzt vom Rat das Mandat erhielt, eine Kompromisslösung im Dialog mit Landrat Spieker zu finden.  Standort in Warburg installieren Bürgermeister Michael Stickeln soll mit dem Landrat Wege finden, Höxter, Brakel und Warburg als Standorte für die Untersuchungen zu installieren, um für alle Eltern im Kreis annehmbare Wegstrecken zu finden. „Wir können den Landrat ja nach Warburg einladen, damit er weiß, wie sich der Weg anfühlt", meinte Wolfgang Gumm von der Bürgerunion in diesem Zusammenhang. „Der Kreis schreibt sich den Klimaschutz auf die Fahnen, mutet den vielen Eltern aber zu, die 90 Kilometer von Warburg nach Höxter zu fahren. Viel sinnvoller wäre es doch, wenn ein Arzt die Wegstrecke nach Warburg in Angriff nehme", argumentierte Hilla Zavelberg-Simon. Hubertus Kuhaupt konnte auch nicht fassen, dass der Kreistag die Verwaltung in ihrem Vorgehen unterstützt. „Da gab es Fehler in der Kommunikation", betonte Kuhaupt, der klar stellte, dass mit derlei Beschlüssen der ländliche Raum geschwächt werde. „Familienfreundlichkeit sieht anders aus", ergänzte die Ratsfrau Hilla Zavelberg-Simon.  Lösung für alle Eltern im Kreis Christoph Dolle (SPD) setzte sich ebenfalls dafür ein, eine Lösung für alle Eltern im Kreis zu finden. „Da sind nicht nur die Interessen der Warburger Eltern berührt", so Dolle, der auf die Probleme des ÖPNV im ländlichen Raum verwies. Bei der Bürgerunion hat man mal versucht, den Weg von Bonenburg mit dem Bus nach Höxter nachzuzeichnen. „Da ist man gut drei Stunden unterwegs", sagte Wolfgang Gumm. Schelte aus Reihen des Rates gab es auch für das Abstimmungsverhalten einiger Kreistagsabgeordnete, schließlich wurde der Kreistagsbeschluss für die zentrale Schuleingangsuntersuchung in Höxter mehrheitlich gefasst. Nur die vier Bündnisgrünen hatten für ihren Antrag gestimmt, die Untersuchungen wie gehabt dezentral durchzuführen.Die Mehrheit des Kreistages stimmte dagegen, einige Kreistagsmitglieder enthielten sich der Stimme.Harsche Kritik aller Fraktionen gab es bezüglich der Vorgehensweise des Kreises. „Wir waren der Ansicht, dass die Zeit der Basta-Politik vorbei ist", sagte Willi Vonde (CDU). „Das ist ganz schlechter politischer Stil", so der Germeter.

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