Powerfrau: Seit zehn Jahren ist die Freiwillige Feuerwehr ihre Welt. Daniela Klaas-Lüdeke hat sich jetzt weiterbilden lassen. Bald ist sie die erste Brandmeisterin bei der Freiwilligen Feuerwehr. - © Angelina Kuhlmann
Powerfrau: Seit zehn Jahren ist die Freiwillige Feuerwehr ihre Welt. Daniela Klaas-Lüdeke hat sich jetzt weiterbilden lassen. Bald ist sie die erste Brandmeisterin bei der Freiwilligen Feuerwehr. | © Angelina Kuhlmann

Daseburg Die Freiwillige Feuerwehr Warburg freut sich über ihre erste Brandmeisterin

Daniela Klaas-Lüdeke hat sich zur Gruppenführerin ausbilden lassen, bald wird sie zur Brandmeisterin ernannt

Angelina Kuhlmann

Daseburg. Genau sechs Frauen gibt es in der Daseburger Löschgruppe. In der ganzen Freiwilligen Feuerwehr Warburg gibt es 18. Das ist noch ausbaufähig. Ein besonders Zeichen ist es dann, wenn eine dieser 18 Frauen zur Gruppenführerin ausgebildet wird und dann zur Brandmeisterin ernannt wird. Daniela Klaas-Lüdeke (39) von der Löschgruppe Daseburg hat den großen Schritt gemacht. Damit ist sie die erste Brandmeisterin in der Freiwilligen Feuerwehr Warburg überhaupt. Der Weg dahin ist weit und für eine Frau in der Warburger Feuerwehr eine echte Besonderheit. Die Ausbildung zur Gruppenführerin hat sie bereits erfolgreich abgeschlossen. Die Ernennung zur Brandmeisterin folgt im Frühjahr des kommenden Jahres. Dass das Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr nichts für Frauen ist, dem kann Daniela Klaas-Lüdeke nur wiedersprechen. Auch das Vorurteil, das man als Frau anders behandelt werde, könne sie nicht bestätigen. "Man wird wertgeschätzt", sagt sie über ihre Tätigkeit. Von älteren Leute käme manchmal noch Unverständnis, wenn sie hören, dass sie Feuerwehrfrau ist. Andere fänden das gut. Die Männer in der Löschgruppen wären zwar schon darauf bedacht, die Frauen körperlich zu entlasten, aber sonst spüre man keinen Unterschied. "Wir müssen ja genauso wie die Männer unseren Einsatz leisten. Da gibt es keinen Unterschied", erklärt Klaas-Lüdeke. Mit 29 hat sie sich auf einer Feierlichkeit gemeinsam mit einer Freundin dazu überreden lassen, zum Übungsabend der Löschgruppe zu kommen. Seitdem sind die beiden Frauen dabei. Zunächst stand dann die Ausbildung zu Truppfrau auf dem Programm. Jetzt hat sie den nächsten Ausbildungsschritt gemacht. "Vier bis fünf Jahre dauert es bis hierhin, wenn man alles mitnimmt", sagt die frischgebackene Gruppenführerin. Der Lehrgang zur höheren Qualifikation fand zwei Wochen lang in Münster statt. Unter 24 Teilnehmern war sie auch dort die einzige Frau. Es sei aber eine "nette Gemeinschaft" gewesen. In einer großen Übungshalle wurden in Münster praktisch Szenarien durchgespielt, in denen die Teilnehmer lernten, als Gruppenführer zu agieren. Ebenso stand viel Theorie auf dem Lehrplan. Nach bestandener Prüfung, ist sie jetzt berechtigt einen Zweier-Trupp zu führen. An den Befehlston müsse sie sich aber erst noch gewöhnen. "Bitte und Danke gibt es da nicht mehr", sagt sie. Zumindest während eines Einsatzes. Die Mutter von zwei Kinder steckt viel Zeit in ihre ehrenamtliche Arbeit. Ihre Familie stehe aber hinter ihr. "Kommt alle schön zur Feuerwehr", richtet sie einen Aufruf vor allem an interessierte Frauen in der Region. Sie würde sich freuen, weitere Feuerwehrfrauen dabei zu haben.

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