Zerstört: Diesen Wurstautomaten neben der Warburger Metzgerei Balluff
haben Unbekannte am Dienstagabend gesprengt. An die Beute kamen sie jedoch nicht. - © Katharina Engelhardt
Zerstört: Diesen Wurstautomaten neben der Warburger Metzgerei Balluff
haben Unbekannte am Dienstagabend gesprengt. An die Beute kamen sie jedoch nicht. | © Katharina Engelhardt

Warburg Polizei befürchtet Serientäter: Wurstautomat in Warburg gesprengt

Selbst hergestellt: Täter mischen gefährlichen Sprengstoff

Katharina Engelhardt

Warburg. Der Selbstbedienungsautomat für Wurstwaren der Metzgerei Balluff wurde am Dienstag gegen 23.15 Uhr aufgesprengt. Es entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro. Durch Zeugen konnten zur Tatzeit insgesamt fünf Personen am Tatort beobachtet werden. "Wir waren sogar noch wach und haben Fernsehen geschaut", sagt der Inhaber der Metzgerei, Dietmar Balluff, immer noch ungläubig. "Plötzlich rummste es ohrenbetäubend. Und dann war nur noch Dampf rund um den Automaten zu sehen." Erbeutet hatten die Täter nichts: Die Sicherung der Tür hatte so vehement standgehalten, dass die Unbekannten weder an Wurst, noch an Geld gelangen konnten. Bereits am Montag wurden aus den Bereichen der Parkfläche am Gebrüderkirchhof und der Johann-Conrad-Schlaun-Schule zwei Explosionen von Zeugen gemeldet. Hier konnten zwei Tatverdächtige beobachtet werden. Ende Dezember 2016 war ein Fahrkartenautomat am Bahnhof gesprengt worden. Laboruntersuchungen haben mittlerweile ergeben, dass es sich bei dem eingesetzten Sprengstoff nicht um einen gewerblich hergestellten Sprengstoff handelt. Vielmehr handelt es sich um ein Selbstlaborat mit erheblicher Sprengwirkung, welches schon bei der Zündung zu schwersten Verletzungen führen kann. "Das sind hochgefährliche Mischungen, die im Schlimmsten Fall natürlich Menschen verletzen können", sagt Pressesprecher Andras Hellwig. Viele dieser Selbstlaborate sind chemisch instabil und höchstempfindlich, so dass bereits leichteste Erschütterungen zu einer Explosion führen können. Die Sprengung des Automaten kann aus strafrechtlicher Sicht ein Verbrechen darstellen, welches mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr oder in schweren Fällen mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft wird. Die Polizei in Warburg bittet Zeugen und Hinweisgeber sich unter Tel. (0 56 41) 7 88 00 zu melden.

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