Verspielt: Erna freut sich riesig, wenn sie mit dem Tennisball spielen kann. Der Hund hat auf dem Heidhof den perfekten Auslauf. Der Halter muss ab dem 1. Januar 2018 mehr für den Hund zahlen, 90 Euro Hundesteuer sind fällig. - © Hermann Ludwig
Verspielt: Erna freut sich riesig, wenn sie mit dem Tennisball spielen kann. Der Hund hat auf dem Heidhof den perfekten Auslauf. Der Halter muss ab dem 1. Januar 2018 mehr für den Hund zahlen, 90 Euro Hundesteuer sind fällig. | © Hermann Ludwig

Warburg Für Warburger wird die Hundehaltung teurer

Lokalpolitik: Der Steuersatz wird von 72 auf 90 Euro angehoben. Für die Halter von als gefährlich eingestuften Hunden wird es künftig besonders teuer

Hermann Ludwig

Warburg. Die Hundehaltung im Stadtgebiet wird teurer. Bei drei Gegenstimmen beschloss der Rat der Stadt jetzt die Erhöhung der Hundesteuer. Für einen einzelnen Hund werden künftig 90 statt 72 Euro fällig. Besonders teuer wird es jetzt für die Halter von gefährlichen Hunden, die jetzt 600 Euro statt 480 Euro Hundesteuer zahlen müssen. Durch die Anhebung können 31.000 Euro an Mehrerträge vereinnahmt werden. Derzeit werden pro Jahr 126.000 Euro an Hundesteuer geleistet. Auch aufgrund gestiegener Aufwendungen in diesem Bereich durch den Hundebeauftragten, Hundebeutel und allgemeine Kostensteigerungen durch Verwaltungskosten und Personalkosten sei die Erhöhung der Steuer notwendig, erklärte die Verwaltung. Der Steuersatz wird ab 1. Januar 2018 angepasst. Für die Halter von zwei Hunden werden dann je Hund 125 Euro statt bislang 100 Euro fällig. Wer drei und mehr Hunde besitzt, muss künftig je Hund 155 Euro statt bislang 120 Euro bezahlen. Wer zwei und mehr Tiere der Hunderassen besitzt, die nach Einschätzung von Experten in die Kategorie gefährliche Hunde gehören, muss je Hund 937,50 Euro statt bislang 750 Euro bezahlen. Im Stadtgebiet der Hansestadt Warburg sind derzeit steuerlich angemeldet: 1.274 Hunde mit dem Steuersatz von 72 Euro, was 91.728 Euro einbringt. 260 Hunde mit dem Steuersatz von 100 Euro (Einnahmen 26.000 Euro). 46 Hunde mit dem Steuersatz von 120 Euro pro Jahr, die eine Einnahme von 5.520 Euro bedeuten. Vier Halter von Einzelhunden der Kategorie gefährliche Hunde mit dem Steuersatz von 480 Euro bezahlen Steuern in Höhe von 1.920 Euro. Ein Halter mit zwei Hunden diese Kategorie bezahlt jeweils 750 Euro. Willi Vonde, Fraktionsvorsitzender der CDU, bewertete die neuen Festsetzungen der Steuer als "moderate Erhöhung." Nachdrücklich wies Vonde darauf hin, dass mit der Hundesteuer nicht verbunden sei, dass die Hundekothaufen in der Stadt durch Bedienstete beseitigt werden. "Hier ist jeder Hundehalter gefordert, die Hinterlassenschaften selbst zu beseitigen", meinte Vonde, der auch darauf verwies, dass die Hundehalter ihre Tiere an Radwegen anleinen sollten. Bewährt hat sich der Einsatz des Hundebeauftragten der Stadt Hier sei es schon zu gefährlichen Zwischenfällen gekommen. Es sei auch nicht in Ordnung, wenn die Hunde im Umfeld von Spielplätzen frei herumliefen. Bürgermeister Stickeln erklärte, dass sich die meisten Hundebesitzer an die geltenden Regeln halten würden, gleichwohl räumte er ein, dass sich Beschwerden gehäuft hätten. In jedem Fall habe die Stadt in letzter Zeit Mehraufwendungen gehabt, da an immer mehr Stellen auch Stationen mit Hundekotbeuteln errichtet würden. Gerhard Rose (Bürgerunion) fragt die Verwaltung, warum nicht auch eine Katzensteuer und eine Pferdesteuer erhoben würde. Insbesondere Katzen würden in der Natur doch großen Schaden anrichten, so der Bonenburger. Wie Bürgermeister Michael Stickeln ausführte, sei die Hundesteuer in allen NRW-Kommunen gang und gäbe, eine Katzensteuer sei ihm nicht bekannt. Die Pferdesteuer wird in einigen hessischen Kommunen erhoben. Dass die Hundesteuer auch einen Einfluss auf die Hundehaltung hat, bestätigt Wolfgang Voss vom Ordnungsamt der Stadt Warburg. "Die Zahl der Kampfhunde ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen", erklärt Voss auf Nachfrage. Bewährt habe sich der Einsatz des Hundebeauftragten der Stadt, der auch kontrolliere, dass die Hundebesitzer ihrer Steuerpflicht nachkommen. Jeder Hundebesitzer erhält bei der offiziellen Anmeldung des Hundes eine Marke, die am Hundehalsband angebracht werden sollte. Mehrfach habe die Stadt auch schon Bußgelder ausgesprochen, wenn Hundehalter ihrer Pflicht nicht nachkommen, die Hundekothaufen zu beseitigen. "Wer da uneinsichtig ist und auf die Ansprache nicht reagiert, muss dann die Konsequenzen tragen", so Voss.

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