Schuleingangsuntersuchung: Vor der Einschulung müssen alle Kinder zum Arzt. Von nun an gehts dafür nach Höxter. - © Patrick Pleul/dpa
Schuleingangsuntersuchung: Vor der Einschulung müssen alle Kinder zum Arzt. Von nun an gehts dafür nach Höxter. | © Patrick Pleul/dpa

Warburg Eltern müssen nach Höxter: Untersuchung für die Einschulung nicht mehr vor Ort

Änderung: Einschulungsuntersuchungen werden ab sofort im Gesundheitsamt des Kreises Höxter durchgeführt. Die längere Fahrtzeit für die Eltern soll durch höhere Qualitätsstandards wettgemacht werden

Jemima Wittig

Warburg. Die Einschulungsuntersuchungen werden erstmals zentral im Gesundheitsamt des Kreises in Höxter durchgeführt. Von November 2017 bis Juni 2018 werden mehr als 1.000 Kinder untersucht, die im kommenden Schuljahr 2018/2019 eingeschult werden. Das Gesundheitsamt lädt die Erziehungsberechtigten derzeit zu den Untersuchungsterminen ein. Es geht darum, vor Schulbeginn Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen zu erkennen, um frühzeitig für eine Behandlung zu sorgen. Bislang konnte diese Untersuchung in den Schulen vor Ort absolviert werden. Das ist passé: "Wir können im Gesundheitsamt für optimale medizinische Bedingungen und eine kindgerechte Atmosphäre sorgen", erklärt der Leiter des Gesundheitsamtes, Ronald Woltering. "Hier können wir die Untersuchung in einem persönlichen und geschützten Rahmen durchführen." Auch ist der Wartebereich kinderfreundlich mit Spielzeug ausgestattet. "All dies ist nach unseren Erfahrungen für Eltern und Kinder angenehmer", so Woltering. Im Gesundheitsamt können zudem einheitliche Qualitätsstandards gewährleistet werden. "Und wenn es erforderlich ist, können wir hier auch nahtlos weitere Untersuchungen anschließen." Aufgrund der Zusammenlegung von Schulstandorten war es in der Vergangenheit immer schwieriger geworden, angemessene Räumlichkeiten für die medizinische Untersuchung von Kindern zu organisieren und hierfür ausreichende Untersuchungszeiten anzubieten. Bisher konnten die Untersuchungen nur während der Öffnungszeiten der Schulen durchgeführt werden. Im Gesundheitsamt können auch nachmittags und während der Schulferien Termine angeboten werden. "Wir können den Eltern bei der Terminwahl flexibler entgegenkommen", erklärt der Leiter des Gesundheitsamtes. Hinzu kommt, dass der Personaleinsatz deutlich effizienter gestaltet werden kann, um die Pflichtuntersuchungen durchführen zu können. "Denn auch wir machen die Erfahrung, dass es schwieriger wird, Ärztinnen und Ärzte für Tätigkeiten in der Region zu gewinnen", stellt Woltering fest. "Auch diesen Gegebenheiten müssen wir organisatorisch Rechnung tragen." Nachbarkreise wie die Kreise Paderborn und Minden-Lübbecke haben die Einschulungsuntersuchungen bereits seit Längerem zentralisiert und damit gute Erfahrungen gemacht. Die Durchführung im Gesundheitsamt des Kreises in Höxter wurde auch mit den Schulleitungen und der Schulaufsicht abgestimmt und wird von dort unterstützt. "Sicher werden viele Eltern durch die Anfahrt nach Höxter einen Mehraufwand in Kauf nehmen müssen", zeigen der Schulrat für Grundschulen im Kreis Höxter, Hubertus Gockeln, und Ronald Woltering Verständnis für Anfragen von Eltern. "Doch die bessere Qualität der Untersuchungen im Gesundheitsamt dient dem Wohl der Kinder und macht die Neureglung notwendig", betont Gockeln. Die Einschulungstests finden nach wie vor an den jeweiligen Schulen statt.

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