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Warburg Sekundarschule schafft Raum fürs Gespräch

Dieter Scholz

Warburg. Viele Schüler der Sekundarschule freuen sich über die Erweiterung des Mittagspausenangebots. Das Projekt "Ansprechbar" wurde für die Kinder und Jugendlichen in Kooperation mit den christlichen Kirchen erarbeitet. "Jungen Menschen wird in der "Ansprechbar" die Möglichkeit gegeben, einen Gesprächspartner aufzusuchen, mit dem man in einer ungezwungenen Atmosphäre reden oder sich Rat und Hilfe holen kann", sagt Schulleiterin Claudia Güthoff. Denn das Bedürfnis, mit jemanden zu reden, sei eigentlich immer vorhanden. Da sei es gut, wenn man wisse, wo man jemanden finde, der eben ansprechbar sei. Die ungewöhnliche Bar öffnet jeden Mittwoch in der Mittagspause: Pastor Johannes Insel vom Pastoralverbund Warburg, Jugendreferent Hen-drik Zernke und Jugendpfarrer Burkhardt Nolte vom evangelischen Kirchenkreis sowie Pastor Andreas Petker von der Freien evangelischen Gemeinde werden sich als Gesprächspartner in der "An-sprechbar" abwechseln. Da zu sein für Gespräch und Begegnung gehört für Pastor Petker zu den originären Aufgaben der christlichen Seelsorge. Das Konzept stieß in seiner Gemeinde auf offene Ohren. "Viele Jugendliche haben das Gefühl, die Kirchen seien zu sehr mit ihrer Bürokratie beschäftigt, haben sich zurückgezogen und sich von der Jugend distanziert", sagt Petker. Daher sei es wichtig, dass die Konfessionen Räume anböten. Das Projekt an der Sekundarschule sei da sicher ein Signal. Es sollten allerdings keine Runde werden, "bei denen pastorale Themen besprochen werden". Die Tür stehe einfach für jeden offen. "Ein niederschwelliges Angebot", bemerkt der Pastor. "Wir werden schauen, was und wie es sich entwickelt." Die Seelsorger seien offen für alle persönlichen Fragen, Probleme und Themen, die die Schüler mitbringen würden. Als Opener hat Petker sicherlich auch den ein oder anderen Zaubertrick auf Lager. Die Atmosphäre, in der sich Menschen treffen und wohl fühlen, "macht eine Menge aus", weiß der Seelsorger der Freien evangelischen Gemeinde. Das offene Gesprächsangebot zwischen den Schulstunden begrüßt auch Pastor Johannes Insel von den katholischen Gemeinden im Stadtgebiet. Als Verantwortlicher in Sachen Jugendarbeit im Pastoralen Raum Warburg habe er in diese Richtung bereits gedacht, sagt Insel. Die Frage "Wo ist die Jugend heute" beantwortet er mit einem schlichten "in der Schule". Ein Netzwerker zu sein, sei ihm wichtig, sagt der Geistliche. Und gerade die Schule biete die Möglichkeit, "näher dran zu sein und den Kontakt zu Schülern und Lehrer zu pflegen". Lebensraumorientiert, nennt Insel das: "Jesus war dort, wo die Menschen waren", hält der Theologe fest. Sich austauschen zu können und ein wenig Zeit füreinander zu haben, das sei heute gefragt.

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