Super Snickers: David Boci hat auf der Videoplattform YouTube 20.000 Abonnenten im Alter von 12 bis 14 Jahren. Seine Videos produziert der 17-jährige Auszubildende im Keller seiner Eltern. Seinen Kanal hat er bereits 2011 gegründet. - © Jemima Wittig
Super Snickers: David Boci hat auf der Videoplattform YouTube 20.000 Abonnenten im Alter von 12 bis 14 Jahren. Seine Videos produziert der 17-jährige Auszubildende im Keller seiner Eltern. Seinen Kanal hat er bereits 2011 gegründet. | © Jemima Wittig

Wormeln David Boci auf seinem Kanal Super Snickers

Jemima Wittig

Wormeln. „Hallo, ich hoffe bei euch ist alles loco popo, bei mir ist alles schoko, schoko", begrüßt David Boci alias Super Snickers die Fans seines YouTube Kanals. „Ich mag einfach Snickers", erklärt er die Wahl seines Kanalnamens. Innerhalb des vergangenen Jahres hat er mit Synchronisationen und Parodien 20.000 Abonnenten gewonnen. Die „Riegel", wie er seine Zuschauer liebevoll nennt, sind zwischen 12 und 14 Jahren alt. Der Kanal besteht bereits seit 2011. Bis 2016 schauten ihm aber nur etwa 1.000 Abonnenten zu. 2014 hat Boci sein erstes eigenes Video auf der Plattform hochgeladen und zeigt sich auch selber vor der Kamera. So tanzt er zum Beispiel vor einem Livepartner zu verschiedenen Musikstücken. Die Zuschauer dabei kennt er nicht. Sie werden über den Videochat-Dienst Chatroulette zufällig ausgewählt. Er filmt sowohl seinen Tanz, als auch die Reaktionen seiner Zuschauer. „In den Nutzungsbedingungen wird davor gewarnt, dass man aufgenommen werden könnte", sagt der Siebzehnjährige. Einen Zusammenschnitt des Chats lädt er anschließend in seinem Kanal hoch. Seine Videos produziert er im Keller seiner Eltern in Wormeln an einem Sekretär, hinter sich einen Hometrainer, neben sich eine große Gefriertruhe. „Ich versuche das zu machen, was RTL am Nachmittag vergeblich versucht", sagt Boci. „Ich möchte die Leute unterhalten." David Boci hat in diesem Sommer den Realschulabschluss an der Realschule in Warburg absolviert. Seit August macht er eine Ausbildung zum Holzmechaniker. „In der Schule haben viele meinen Kanal gesehen und fanden ihn gut", sagt er. Dass er jetzt immer mehr Abonnenten bekomme, liege an seinen Parodien von bekannten YouTubern wie der erfolgreichsten deutschen Lifestylevloggerin Bianca Heinicke von Bibis Beauty Palace, glaubt der Auszubildende. So hat er zum Beispiel deren Musikvideo neu vertont. Das Video haben mehr als 300.000 Zuschauer gesehen. Boci bezeichnet sich selber nicht als YouTuber: „Ich lade viel zu unregelmäßig Videos hoch. Schließlich ist das Ganze für mich nur ein Hobby, ich möchte nicht mein Geld nur damit verdienen". Trotzdem hat auch er schon ein paar Einnahmen durch die Plattform erhalten. „Dafür meldet man sich einfach bei dem Googledienst AdSense an und verknüpft das Programm dann mit dem Kanal", erklärt der Blogger. Vor dem eigentlichen Video wird dadurch ein kurzes Werbevideo abgespielt. „Bis März gab es dann pro Aufruf einen Euro. Durch eine neue Regelung ist es jetzt nur noch ein Cent", sagt er. „Das trifft eher die kleinen YouTuber, als die Großen, die Mainstream Videos produzieren." Er meint damit die neuen Nutzungsbedingungen der Plattform. Diese lassen keine Werbung mehr vor Videos zu, die sexuell anzügliche Inhalte oder heikle Themen wie Krieg, unangemessene Ausdrücke, die positive Darstellung von Drogen oder die Darstellung von Gewalt enthalten. Dies trifft zum Beispiel auch Kanäle, auf denen Computerspiele vorgespielt werden, sogenannte LetsPlayer, oder Nachrichtenkanäle. „Man sollte einfach sein eigenes Ding machen", rät Boci. Er folge dabei dem Slogan der Videoplattform: Broadcast yourself. „Außerdem braucht man Etwas mit Widererkennungswert, zum Beispiel eine besondere Begrüßung." Spaß hätte er auch an der Zusammenarbeit mit anderen Vloggern. Bisher hat er aber im Warburger Land niemanden getroffen, der auch Videos macht. „Ich würde mich freuen, wenn sich jemand meldet", sagt David Boci. Sein nächstes Projekt ist ein kurzer Horrorfilm, der noch vor Halloween herauskommen soll.

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