Schulleiter verabschiedet: Geschäftsführer Klaus Hillebrand, der neue Schulleiter Michael Dorau, der scheidende Schulleiter Michael Brockmeier und Einrichtungsleiter Elmar Schäfer (v.l.), der dem neuen Schulleiter einen Fahrradlenker als symbolisches Geschenk überreichte. - © Hermann Ludwig
Schulleiter verabschiedet: Geschäftsführer Klaus Hillebrand, der neue Schulleiter Michael Dorau, der scheidende Schulleiter Michael Brockmeier und Einrichtungsleiter Elmar Schäfer (v.l.), der dem neuen Schulleiter einen Fahrradlenker als symbolisches Geschenk überreichte. | © Hermann Ludwig

Warburg Schulleiter Michael Brockmeier verabschiedet

"Weil er das unterrichten liebt"

Hermann Ludwig

Warburg. Michael Brockmeier, Schulleiter der Petrus-Damian-Schule, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, wurde gestern in einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Der Schulträger, die Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn, ernannte den Stellvertreter Michael Dorau zum neuen Schulleiter, neue Stellvertreterin ist künftig Anja Kohaupt. Symbolisch überreichte Geschäftsführer Elmar Schäfer einen Lenker an den neuen Schulleiter. In einem launigen Dreiergespräch würdigten Bettina Greiner-Flotho, Michael Dorau und Hartmut Peter das berufliche Wirken Michael Brockmeiers und stellten dabei seine Stärken heraus: Ein außergewöhnlicher Lehrer der Extraklasse, immer nah an den Schülerinnen und Schülern, mit einem guten Gespür für den passenden Zugang, immer bestrebt, neue Wege zu gehen und Lösungen zu finden – diese Leistungen stellten die drei Pädagogen heraus. »Ich gebe niemanden verloren« „Ein Glücksfall für die Petrus-Damian-Schule, für Kollegen und Schüler", hieß es in der Laudatio. „Mit dem Unterricht und der administrativen Tätigkeit als Schulleiter war niemals Schluss, Michael Brockmeier war immer für die Schülerinnen und Schüler mit ihren Sorgen da, mit außergewöhnlichen Antennen für Schüler wie Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen", so die Laudatoren. Dass Michael Brockmeier selbst mit gutem Beispiel voran ging, brachte ihm den Respekt der Kollegen ein. „Mehrleistung war für ihn eine Selbstverständlichkeit: Er nahm seine Entlastungsstunden als Schulleiter nicht in Anspruch, unterrichtete über das geforderte Maß hinaus, weil es ihm Spaß machte und er die unterrichtliche Arbeit, den Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern liebt", fasst das Trio zusammen. Das Leitthema war „Unkaputtbar". Für Michael Brockmeier gab es keine Schüler mit Problemen, die nicht lösbar wären, es müsse bloß neu, anders gedacht werden, vom Kind aus gedacht werden. Den bei Michael Brockmeier fest verankerten christlichen Grundgedanken stellte der Einrichtungsleiter des Jugenddorfes Petrus Damian Elmar Schäfer heraus. „Ich gebe nicht auf, ich gebe niemanden verloren", dieses pädagogische Credo verfolgte Michael Brockmeier zeitlebens, auch wenn es Rückschläge und Enttäuschungen gab. Auch an seinem letzten Schultag ging Michael Brockmeier in alle Klassen und erlebte Überraschungen. „Ich werde bis an mein Lebensende an Sie denken", gab ihm ein Grundschüler auf dem Weg. Diesen Satz fand der Germeter zunächst befremdlich, um ihn dann aber positiv zu deuten. Schließlich lebte er seinem Kollegium vor, jeden Schüler in seiner Einzigartigkeit im Blick zu haben und die Stärken zu sehen. Die fachliche Kompetenz Brockmeiers, der 1978 erstmals als Lehrer zur Petrus-Damian-Schule kam, wurde von allen Rednern betont. Nach dem 2. Staatsexamen als Sonderschullehrer bildete sich der 64-Jährige ständig weiter. Als Fachleiter in der Lehrerausbildung am Studienseminar in Bielefeld mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung und in der Moderation von Lehrerfortbildung gab er viel Wissen weiter. Als Fachmann für Verhaltensstörungen und Autismus-Spektrumsstörungen war sein Rat gefragt. „Dieses fachliche Wissen war für unsere gesamte Einrichtung von Wert", stellte Elmar Schäfer heraus. Die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, auch im Bereich der Regelschulen gehörte zu Brockmeiers Aufgabengebiet. Seit 2002 übernahm Michael Brockmeier die Leitungsfunktion in der Nachfolge von Peter Greiner. Dann hieß es „Goodbye Brocki" Mit viele Hingabe hatten das Lehrerkollegium und die Mitarbeiter die Feierstunde gestaltet, die von Papa Belas Dixie Kings musikalisch begleitet wurde. In einem Film, der das berufliche Wirken skizzierte, hieß es dann „Goodby Brocki" für Michael Brockmeier. Auf 8.500 Arbeitstage schätzten Kollegen das Pensum Brockmeiers, der dabei wohl an 8.450 Tagen mit dem Rad den Weg von Germete nach Warburg in Angriff nahm, auch im härtesten Winter. Dass ihm die Aufgabe angesichts der hervorragenden Rahmenbedingungen durch den Träger und des Teams riesig Spaß gemacht hat, bilanzierte Michael Brockmeier. Er brach eine Lanze für die Förderschulen, appellierte aber auch an die Kollegen, das Besondere herauszuarbeiten. Den Kindern Halt geben, Strukturen vermitteln, auf Traumatisierungen eingehen und Beziehungsschwierigkeiten zu berücksichtigen, das erfordere viel Einsatz und Fachwissen. „Wir leisten wichtige Erziehungshilfe", betonte Brockmeier, der mit einem Motto seiner Frau Mechthild schloss. „Es ist gut so".

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