Aufwärmprogramm: Der Rekordhalter bereitete die Schülerinnen und Schüler bei einer persönlichen Trainingsstunde vorab auf den Lauf vor. Für den ehemaligen Weltmeister ist der Schulstaffellauf längst eine Herzensangelegenheit geworden. "Ich möchte junge Leute für den Sport begeistern", sagt Willi Wülbeck. - © Hermann Ludwig
Aufwärmprogramm: Der Rekordhalter bereitete die Schülerinnen und Schüler bei einer persönlichen Trainingsstunde vorab auf den Lauf vor. Für den ehemaligen Weltmeister ist der Schulstaffellauf längst eine Herzensangelegenheit geworden. "Ich möchte junge Leute für den Sport begeistern", sagt Willi Wülbeck. | © Hermann Ludwig

Warburg Warburger Schulen wollen Rekord der Lauflegende Willi Wülbeck brechen

Der 800-Meter-Rekord der Lauflegende Willi Wülbeck sollte gebrochen werden. Dafür standen 280 Schülerinnen und Schüler an der Startlinie

Hermann Ludwig

Warburg. Bereits zum elften Mal versuchen in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler schneller zu laufen als Leichtathletik-Legende Willi Wülbeck. In Warburg gingen 35 Staffeln an den Start, um den Rekord von Willi Wülbeck über die 800 Meter zu unterbieten und die Teilnehmer für den großen Finallauf um den Gesamtsieg am 11. Juli zu ermitteln. Dieser findet im Rahmen des Landeswettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia" in Rheine statt. Die Staffeln traten mit acht Schülerinnen und Schülern an, die jeweils 100 Meter der Strecke liefen. Gewertet wurde in zwei Altersklassen, Grundschulen getrennt von weiterführenden Schulen (5. bis 7. Klasse). Trotz aller Anstrengungen blieb der Rekord in weiter Ferne. "Das war auch nicht anders zu erwarten. Man muss sich an diese Leistung auch erst herantasten. Beim Finallauf ist der Rekord schon eher in Gefahr", erläuterte der immer noch topfitte Willi Wülbeck beim Aufwärmtraining. "Der ist ja fünf Mal so fit wie ich jemals sein könnte", meinte ein Schüler anerkennend. Schüler zu sportlicher Tätigkeit zu motivieren, den Teamgeist zu fördern und Spaß am Sport zu vermitteln, das sind für Wülbeck die Ziele, die er mit der Aktion verbindet. "Dieser Staffellauf hat das Zeug dazu, ein Kultlauf zu werden", meinte Wülbeck, dem das Stadion und die Stadt sehr gut gefallen haben. "Ich komme gerne wieder", so Wülbeck, der sich mit Radfahren und Fitnesssport in Form hält. Nicht zu kurz kommen soll der sportliche Wettbewerb, daher ist der offizielle Aufhänger immer noch, den Rekord zu knacken, mit dem sich Wülbeck den Sieg bei den Leichtathletikweltmeisterschaften in Helsinki 1983 über die 800 Meter sicherte. In 1:43,65 Minuten lief der heute 62-Jährige damals über die Ziellinie. "Heute kommt da locker eine Minute drauf", scherzte Wülbeck, der bereits beim Aufwärmen seine außergewöhnlichen Lauffähigkeiten unter Beweis stellte. Mit der Siegerzeit von 1983 hält Wülbeck bis heute den deutschen Rekord über die 800-Meter- Distanz. Der Schülerstaffellauf findet in diesem Jahr in 23 Städten in NRW statt und richtet sich an Viert- bis Siebtklässler, wobei die Grundschulen und die weiterführenden Schulen getrennt gewertet wurden. Drei Warburger Grundschulen, die Graf-Dodiko-Schule, die Johannes-Daniel-Falk-Schule und die Grundschule Scherfede-Rimbeck, hatten sich zu dem Wettbewerb angemeldet. Team zwei der Falk-Schule gewann in 2:17,90 vor Team zwei und neun der Graf-Dodiko-Grundschule. Bei den weiterführenden Schulen siegte das Team zwei des Hüffertgymnasiums in 1:52,90 vor Team drei des Hüffertgymnasiums (1:58,43)und Team 13 der Realschule (2:02,09). Der Rekordhalter bereitete die Schülerinnen und Schüler bei einer persönlichen Trainingsstunde vorab auf den Lauf vor. Für ihn ist der Schulstaffellauf längst eine Herzensangelegenheit geworden. "Ich möchte junge Leute für den Sport begeistern. Bei den Schulstaffelläufen erlebe ich immer wieder, wie viel Spaß Kinder an der Bewegung haben, nicht nur in der Leichtathletik", sagt Wülbeck. Innogy-Kommunalbetreuer Josef Ontrup freute sich über den großen Zuspruch: "Mit dem Schulstaffellauf setzen wir uns bewusst für die Sportförderung junger Menschen ein." Nach den Zieleinläufen nutzten viele Schüler die Gelegenheit, ein Autogramm der Lauflegende zu ergattern. Viele ließen sich auch das T-Shirt signieren, das es als Belohnung für die Teilnahme gab.

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