Noch wollen ihre Schützlinge nicht raus: Einmal in der Woche schauen Markus Schäfers (27, l.) und Pascal Pfänder (30) bei ihren Bienenvölkern vorbei. Bei den aktuellen Temperaturen bleiben die Bienen lieber in der Kiste. Sobald es wärmer wird, fliegen sie zu den umliegenden Obstbäumen. - © Lena Vanessa Niewald
Noch wollen ihre Schützlinge nicht raus: Einmal in der Woche schauen Markus Schäfers (27, l.) und Pascal Pfänder (30) bei ihren Bienenvölkern vorbei. Bei den aktuellen Temperaturen bleiben die Bienen lieber in der Kiste. Sobald es wärmer wird, fliegen sie zu den umliegenden Obstbäumen. | © Lena Vanessa Niewald

Warburg Neues Trend-Hobby Imkern: Zwei Warburger halten Bienenvölker

Markus Schäfers und Pascal Pfänder haben seit zwei Jahren elf Bienenvölker - in ihr Hobby stecken sie viel Geld und Zeit

Lena Vanessa Niewald

Warburg. Imkern ist ein verstaubtes Hobby. Darüber können Markus Schäfers (27) und Pascal Pfänder (30) nur lachen. Die beiden jungen Warburger haben vor zwei Jahren ihre Leidenschaft für Bienen entdeckt und sind sich heute einig: Imkern ist mittlerweile zum Trend geworden. Entstanden ist die Idee aus einer Laune heraus. Ein neues Projekt sollte her, irgendwas „das wir zusammen machen können", erinnern sich die Freunde. Mit Bienen haben die beiden hauptberuflichen Monteure nie etwas am Hut gehabt. „Das war völliges Neuland für uns", sagt Markus. Heute sieht das anders aus. Heute sind die beiden Experten. Und sie fühlen sich schon als richtige Imker. „Das ging relativ schnell. Wenn du das erste Mal die Kiste mit deinen eigenen Bienen in der Hand hältst, da fühlt man sich schon gut", sagt Markus und muss schmunzeln. Starthilfe gab’s von Youtube und vom örtlichen Imkerverein. „Wir haben uns Videos angeguckt, worauf man achten soll und wie man die Bienen am besten hält", berichtet Pascal. Bevor es aber richtig losging, haben sie einen Imkerkurs belegt, um theoretisch und praktisch optimal vorbereitet zu werden. Ein Kasten Bienen im Kofferraum Mit dem ersten Kasten Bienen im Kofferraum haben die beiden dann ersten Schritt gewagt. Mit Erfolg. Mittlerweile haben sie elf Völker. Mehr als 30.000 Bienen summen in einem Kasten. Sie stehen an drei verschiedenen Stellen: in der Nähe des Rewe-Markts, am Motorad-Club und in Ossendorf. Einmal in der Woche machen die beiden Freude ihre Bienen-Tour. Wenn es geht, gemeinsam. „Wir checken, ob mit den Bienen alles okay ist. Ob irgendwelche Krankheiten aufgetreten sind und natürlich: Ob die Königin noch da ist", sagt Pascal. Der weiße Schutzanzug mit Maske darf dabei nicht fehlen. „Gerade bei Regen oder feuchtem Wetter können die Bienen echt zickig werden", warnt Markus. Pro Volk rund 40 Kilo Honig Ohne den Anzug sollte man die Kästen dann nicht öffnen. Erst, wenn es wärmer wird, trauen sich die Bienen öfter heraus und suchen umliegende Blüten auf. Und dann ist der Honig nicht mehr weit. Mit einer Honigschleuder stellen die beiden Imkerprofis dann ihren eigenen Honig her. „Pro Volk kann man mit rund 40 Kilo Honig rechnen", erklärt Pascal. Die klebrige Masse gibt’s dann entweder zum Frühstück und die beiden Jungs verarbeiten sie weiter. „Letztes Jahr haben wir Likor und Senf hergestellt. Einen Großteil verkaufen wir dann aber auch", so Markus. Denn: Imkern ist kein günstiges Hobby. Ein Bienenvolk kostet knapp 80 Euro. „Dann fehlt ja aber noch das ganze Zubehör", merkt Pascal an. Dafür müsse man pro Volk noch mal rund 230 Euro investieren. Dass Imkern nur auf dem Land funktioniere, sei schon lange nicht mehr der Fall. „Bienen kann man optimal in der Stadt halten. Auch in Großstädten gibt es immer mehr Imker. Dort blüht einfach mehr und vor allem regelmäßiger", so Markus. Bienen-Halten wird immer beliebter Den Jungs ist aufgefallen, dass das Bienen-Halten immer beliebter wird. Vielleicht läge das am wachsenden Umweltbewusstsein der Menschen, so Pascal. Eins habe sich allerdings nicht geändert: Nach wie vor gäbe es hauptsächlich männliche Hobby-Imker – auch in Warburg. Nur wenige Frauen teilen nach Angaben von Pascal und Markus ihre Leidenschaft zu Bienen. Warburg habe zwar noch keine übergroße Imker-Szene, aber auch im örtlichen Imkerverein treffen sich rund zwanzig Hobby-Imkern regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. Ein Aspekt, der vor allem Markus extrem wichtig ist. „Wir helfen uns gegenseitig. Man findet dort immer den richtigen Ansprechpartner". Ein Einzelgänger-Hobby sei Imkern definitiv nicht. Markus und Pascal haben darin eine gemeinsame Leidenschaft entdeckt. Missen wollen sie ihre kleinen summenden Schützlinge heute nicht mehr. „Es gibt doch nichts Besseres, als morgens ein Brötchen mit dem eigenen Honig zu essen", sagt Pascal mit einem Lächeln.

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