Kuscheleinheit: Pascal Pielsticker kümmert sich um die Ferkel auf dem Hof. - © Lena Vanessa Niewald
Kuscheleinheit: Pascal Pielsticker kümmert sich um die Ferkel auf dem Hof. | © Lena Vanessa Niewald

Warburg Warburger Jungbauer über seine Liebe zum Land

Pascal Pielsticker ist ausgebildeter Landwirt und arbeitet mittlerweile auf dem elterlichen Bauernhof

Lena Vanessa Niewald

Warburg. Pascal Pielsticker ist ein Bauerhof-Kind. Trecker-Fahren war schon immer sein Ding. Früher als Zeitvertreib mit den Nachbarjungs, gehört die Fahrt auf dem riesigen Schlepper heute zu seinem Alltag. Pascal ist mittlerweile 20 Jahre alt und ausgebildeter Landwirt. Nach drei Jahren Ausbildung arbeitet er jetzt auf dem elterlichen Sauenhof. Die Freude am Trecker fahren hat er nicht verloren. Allerdings stehen heute noch ein paar mehr Aufgaben auf seinem Tagesplan. Los geht's jeden Morgen um halb acht. "Jetzt im Sommer werden die Tage dann auch länger. Dann sind wir schon so zwölf, dreizehn Stunden auf dem Hof unterwegs", erzählt der 20-Jährige. Schweine füttern, wiegen, sauber machen. Langweilig wird es hier nicht. "Ich kann mir aber auch wirklich nichts anderes vorstellen", sagt Pascal mit einem breiten Lächeln. Er liebt seinen Beruf. Wahrscheinlich läge das daran, dass er auf einem Bauernhof groß geworden ist, überlegt Pascal. Das muss aber nicht zwangsläufig sein, denn: Während seiner Ausbildung hat Pascal auch viele Mitstreiter kennengelernt, die zuvor gar nichts mit Landwirtschaft zu tun hatten. "Ich glaube, das hat sich gewandelt. Man muss heute nicht mehr unbedingt auf einem Bauernhof aufgewachsen sein, um überhaupt Interesse an der landwirtschaftlichen Arbeit zu entwickeln", so der Jungbauer. Nach wie vor mehr Mädels als Jungs in der Landwirtschaft Nach wie vor sei das Interesse bei Jungen aber größer als bei Mädchen, so der junge Landwirt. Auch in seinem Ausbildungsjahrgang seien hauptsächliche männliche Anwärter gewesen. "Klar einige Mädels fahren auch gerne Trecker und finden Ferkel süß, aber irgendwie wollen dann doch mehr Jungs auch eine Ausbildung in Richtung Landwirtschaft machen", so Pascal Pielsticker. Drei Jahre hat die Ausbildung gedauert - währenddessen hat Pascal auf drei verschiedenen Höfen gearbeitet. "Ich habe mich bewusst da-für entschieden, die Betriebe zu wechseln. Man kann auch drei Jahre lang auf einem Hof bleiben." So aber habe er die Möglichkeit gehabt, verschiedene Arbeitsabläufe und Prozesse kennenzulernen. Jetzt ist er zurück auf dem heimischen Hof in Warburg. Hier fühlt er sich wohl. Tag für Tag arbeitet er mit seinem Vater zusammen. "Das klappt wirklich super", resümiert Pascal die erste Zeit. Von seinem Papa hat er die Liebe zum Land. Irgendwann will Pascal den Hof seiner Eltern ganz übernehmen. "Das ist auf jeden Fall mein Ziel." Nächstes Ziel: Staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt Erst mal wird er aber jetzt ab Sommer noch mal zwei Jahre in Fritzlar zur Schule gehen. Anschließend ist er dann staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt. Dann darf er auch ausbilden. Und das liegt im besonders am Herzen. Denn: Die Landwirtschaft braucht Nachwuchs. "In den letzten Jahren hat sich der Beruf stark verändert. Er ist maschineller geworden und es gibt immer neue Gesetze, mit denen wir uns auseinander setzen müssen. Auch der Wettbewerb ist deutlich härter geworden", so der 20-Jährige. Neue Maschinen hätten die Arbeitsabläufe zum Teil zwar deutlich erleichtert, dafür würden viele Betriebe jetzt aber mit anderen Problemen kämpfen. "Der Verbraucher will immer weniger bezahlen. Da haben größere Betriebe dann bessere Chancen und kleinere Höfe sind dementsprechend nicht mehr wettbewerbsfähig." Dass Landwirte in der Gesellschaft nicht immer einen guten Ruf haben, weiß Pascal Pielsticker. Stören tut ihn das aber nicht. Er selbst hat noch keine negativen Erfahrungen gemacht. "Wenn ich irgendwo erzähle, dass ich Landwirt bin, kam eigentlich noch nie eine Reaktion, die mich negativ als Bauer abgestempelt hat." Und selbst wenn, wäre es ihm egal. "Das ist das, was ich mein Leben lang machen möchte", sagt er und macht sich auf den Weg in den Stall. Seine Ferkel brauchen ihn.

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