Anstrengend: Die Gehwege müssen täglich ab sieben Uhr vom Schnee befreit werden. Der Weg sollte dabei eineinhalb Meter breit sein. Zudem sollte er mit Sand oder Granulat gestreut werden. - © dpa
Anstrengend: Die Gehwege müssen täglich ab sieben Uhr vom Schnee befreit werden. Der Weg sollte dabei eineinhalb Meter breit sein. Zudem sollte er mit Sand oder Granulat gestreut werden. | © dpa

Warburg Kälte kann für Wasserleitungen im Haus gefährlich werden

Service: Wenn es draußen richtig kalt wird und alles einfriert, kann es im Haus und bei der Müllentsorgung oftmals zu Problemen kommen

Ramona Richter

Warburg. Der Winter ist längst angekommen. Überall sieht man morgens mit Frost überzogene Bäume und Wiesen. Was so schön aussieht, kann im Haus und auch auf den Straßen häufig Probleme verursachen. Gerade in unbewohnten Räumen und in Kellern führen niedrige Außentemperaturen zu Frost. Darunter leiden vor allem Leitungen und Installationen, wie Beispielsweise Wasserrohre. Wasserrohre Nur eine Nacht bei offenem Fenster reicht und sie können gefrieren und platzen. „Damit das nicht passiert, sollten Sie die Türen und Fenster in den Räumen, wo ihr Wasserzähler steht, beheizen oder bestenfalls mit wasserabweisenden Isoliermaterial verdichten", weiß Wassermeister Patrick Tomberg von den Beste Stadtwerken. Zudem sollten die Leitungen von Außenzapfstellen, zum Beispiel im Garten, abgestellt und deren Leitungen entleert werden. „Viele Leute denken, dass es reicht, den Zapfhahn zu zu drehen. Nicht selten platzen dann die Leitungen", sagt er. Aber nicht nur die Rohre in den Häusern sind betroffen. Auch der Müll sollte bei den niedrigen Temperaturen nicht einfach wie üblich nach draußen gestellt werden, sagt Silja Polzin vom Kreis Höxter. Müllentsorgung „Generell sollte Müll nicht lose in die Abfallbehälter geworfen werden", sagt sie. Müllbeutel sind zwar nicht gerade die umweltfreundlichste Methode, dennoch schützen sie vor dem Festfrieren. Bei Minustemperaturen kommt es oftmals vor, dass Abfallbehälter trotz mehrfacher Versuche nicht geleert werden können. Dies ist kein Versäumnis des Entsorgungsunternehmens und eine zusätzliche Entleerung findet nicht statt. Besonders der Biomüll sei wegen seiner hohen Feuchtigkeit stark betroffen. Silja Polzin rät allen, die keine Plastiktüten verwenden möchten, den Boden der Behälter mit Karton oder Papier abzudecken. Auch zerknülltes Papier hilft gegen den Frost. „So werden Lufträume geschaffen und der Müll pappt nicht aneinander", sagt sie. Einiges kann zuvor auch in Papier gewickelt werden. Die Feuchtigkeit wird dann aufgesaugt und das Festfrieren erschwert. „Wer auf Nummer sicher gehen möchte bewahrt die Abfallbehälter in der Garage oder im Geräteschuppen auf und bringt sie erst kurz vor der Entleerung nach draußen", sagt Silja Polzin. Die blaue und die graue Tonne seien nicht betroffen, da der Müll dort trocken ist und nicht so schnell gefriert. Auf dem Weg zu den Abfallbehältern sollte man vorsichtig sein. Es sei denn, er wurde zuvor ordnungsgemäß gestreut. Denn in Deutschland gilt eine Räum- und Streupflicht für Mieter und Hauseigentümer. Räumpflicht Zwischen sieben und zwanzig Uhr müssen die Gehwege und der Zugang zum Haus vom Schnee befreit und gestreut werden. „Was nach zwanzig Uhr an Schnee fällt, muss dann halt am nächsten Tag entfernt werden", sagt Wolfgang Voss von der Stadt. Schließlich solle niemand um Mitternacht mehr Schneeräumen. Gestreut werden soll vorwiegend Granulat, Sand oder Splitt. „In Dörfern ist es sogar noch erlaubt, Salz zu streuen. Das ist jedoch nicht umweltfreundlich", sagt er. In der Warburger Neustadt ist Salz im Innenstadtbereich verboten. Auch sei es wichtig, dass die Gehwege in einer Breite von 1,50 Metern von Schnee freigehalten werde. „Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwägen brauchen einen breiteren Weg", sagt Voss. Dann stehe auch im Winter einem Spaziergang nichts mehr im Wege.

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