Echte Fans: Der Künstler Ferdinand von Wasserfurth (Winfried Dürdoth v. l.) begeistert Elisabeth (Andrea Stoppelkamp) und Freundin Katrin (Melanie Kremper) im Gespräch. - © Anna-Lena Ryczek
Echte Fans: Der Künstler Ferdinand von Wasserfurth (Winfried Dürdoth v. l.) begeistert Elisabeth (Andrea Stoppelkamp) und Freundin Katrin (Melanie Kremper) im Gespräch. | © Anna-Lena Ryczek

Ossendorf Laienschauspielgruppe führt Komödie auf

Theater: Die Gruppe "Die Bühnenhüpfer" zeigte am Wochenende die wilde Hilde, wie sie liebt und lebt. Bei den Zuschauern blieb kein Auge trocken

Anna-Lena Ryczek

Ossendorf. Sie ist burschikos, wild und kann sich einfach nicht benehmen: Hilde steht mit einer Schrotflinte bewaffnet auf der Bühne und brüllt ihrer Schwägerin, die Artikel für ein Promi-Magazin schreibt, "die brauch ich" entgegen. Hilde, gespielt von Birgit Fischer, zeigt in der rund dreistündigen Aufführung, dass sie einiges auf dem Kerbholz hat und verdreht dabei den Männern trotz oder gerade wegen ihrer eigensinnigen Art, den Kopf. Die Ossendorfer Laienschauspieler haben sich in diesem Jahr an ein besonders humorvolles Stück herangewagt. Mit "Hilde die Wilde" lockten sie am Samstagabend Fans und Theaterbegeisterte in die Ossendorfer Heinberghalle. Der Weg hatte sich für die Zuschauer in jedem Fall gelohnt, denn Humor und Frohsinn kamen in der rund dreistündigen Vorstellung nicht zu kurz. Den Dreiakter aus der Feder von Rolf Salomon studierten die acht Laienschauspieler in den vergangenen sechs Monaten ein. Am Ende reißen sich alle um die wilde Hilde Hildes Bruder Edgar (Stefan Kleinhans) steht mächtig unter dem Pantoffel seiner Ehefrau Elisabeth (Andrea Stoppelkamp), die neben der High Society, nicht viel im Sinn zu haben scheint. Die wilde Hilde entpuppt sich als das komplette Gegenteil von Elisabeth, denn sie stampft gerne biertrinkend über die Bühne und vergisst dabei jegliche Umgangsform. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass Hilde Katrin (Melanie Kremper), die beste Freundin ihrer Schwägerin, auf ihre frisch aufgespritzten Lippen anspricht oder den berühmten Künstler Ferdinand von Wasserfurth (Winfried Dürdodt) für einen Metzger hält. Alles in allem hat Hilde nicht nur ein großes Problem mit sozialen Umgangsformen, sondern auch mit Männern und dem lieben Geld. Deshalb versucht Hilde sogar beim Sozialamt über Frau Köster (Daniela Lewinger), einen Antrag auf finanzielle Unterstützung zu stellen. Am Ende reißen sich nicht nur ihr untreuer Ehemann François (Rüdiger Fischer), sondern auch Oberstudienrat Hans-Diether (Simon Grzeschik) und Ferdinand von Wasserfurth um die wilde Hilde. Wem Hilde ihr Herz schenkt und ob sie aus ihrer finanziellen Misere wieder herausfindet, erfahren die Zuschauer in den Aufführungen am 22. Oktober um 19:30 Uhr, am 23. Oktober um 16:30 Uhr (mit einem Kaffee und Kuchenbuffet) und am 29. Oktober um 19:30 Uhr. Die Karten kosten an der Abendkasse acht Euro. "In dem Eintrittspreis ist eine Spende von einem Euro enthalten", informiert Peter Drolshagen, der für Regie und Organisation verantwortlich ist. Seit Jahren engagiert sich die Laienschauspielgruppe für die Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder in Marburg und spendet einen Teil der Eintrittsgelder für den Kampf gegen Krebs. In diesem Jahr geht außerdem ein Teil des Geldes an die Erneuerung des Ossendorfer Kirchendachs.

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