Pumptrack: Im hinteren Teil des Parks nutzen die Biker ihre Muskelkraft statt der Pedale. - © Anna-Lena Ryczek
Pumptrack: Im hinteren Teil des Parks nutzen die Biker ihre Muskelkraft statt der Pedale. | © Anna-Lena Ryczek

Warburg Bikepark im Warburger Industriegebiet ist offiziell eröffnet

Am Abend drehten die Mountainbiker bei Flutlicht ihre Runden

Anna-Lena Ryczek

Warburg. Sechs Meter geht es vor ihnen in die Tiefe, von Angst ist jedoch bei den Jugendlichen nichts zu spüren. Hochkonzentriert zuppeln sie nochmal an ihrer Schutzkleidung, bevor sich die Bikeparknutzer einen sportlichen Adrenalinkick verschaffen. Die Hügel, über die die Nutzer mit hohen Geschwindigkeiten fahren, wurden in den vergangenen Monaten aufgeschüttet. Vor drei Jahren begann alles mit einem Brief an Bürgermeister Michael Stickeln. Leon Büchsenschütz, Till Oster und Jakob Nahlen machten sich in dem Brief für ihren Wunsch nach einem Bikepark in Warburg stark. "Es ist großartig zu sehen, was diese drei Jugendlichen - im wahrsten Sinne des Wortes - ins Rollen gebracht haben", lobte Bürgermeister Michael Stickeln das Engagement der Jugendlichen. Nachdem zunächst nach einem geeigneten Standort gesucht wurde, schlug die Stadt dem Motorsportclub (MSC) Desenberg, der für das Projekt verantwortlich ist, das Gelände an der Warburger Kleebrede im Industriegebiet vor. "Die Stadt stellte uns das Grundstück und eine Startfinanzierung zur Verfügung", sagte Peter Hartmann, stellvertretender Vorsitzender des MSC Desenberg, in seiner kurzen Eröffnungsrede. Doch bevor die Räder über die drei Strecken rollen können, mussten die Biker noch einige Hürden nehmen. "Die Finanzierung des Parks wurde ausschließlich durch Spenden möglich gemacht", sagte Hartmann stolz bei der offiziellen Eröffnung. 20.000 Euro kostete das Projekt insgesamt. Die Erde zu besorgen sei die aufwendigste Arbeit gewesen, erinnert sich der Projektverantwortliche. Zunächst wurde der sogenannte Pumptrack im hinteren Teil des Geländes fertiggestellt. Nach und nach konnten immer mehr Elemente im Park verwirklicht werden. Gemeinsam mit der Firma Turbomatik wurde das Projekt umgesetzt. Heute stehen die Bikeparknutzer auf einem bis zu sechs Meter hohen Starthügel, von dem aus drei Strecken mit ganz unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gefahren werden können. "Es gibt die Easy-, die Medium-, und die Pro-Line", informiert Justin Daly, Mitglied des MSC und begeisterter Mountainbiker. Man könne sich auf dem Gelände auch deshalb gut an schwierigere Strecken herantasten, so Daly. Bei den Sprüngen sahen die neugierigen Zuschauer am Samstagnachmittag gespannt zu. Paul Spranger zeigte auf seinem Mountainbike waghalsige Kunststücke und traute sich auch an die Holzrampe, den sogenannten Kicker, heran. Die Zuschauer konnten beobachten, wie die Fahrer von Runde zu Runde an ihren Aufgaben wuchsen und dass die Kinder und Jugendlichen einen Ehrgeiz entwickelten, die Sprünge korrekt auszuführen. "Das ist für uns das Wichtigste. Die Jugendlichen haben eine Aufgabe, bei der sie sich sportlich betätigen und sitzen nicht vor dem Computer", weiß Hartmann. Mittlerweile hat sich die Fertigstellung des Parks in der Hansestadt herumgesprochen und die Projektverantwortlichen führten auf den Strecken bereits Jugendtrainings durch. "Die Petrus-Damian-Schule hat uns einfach angesprochen und um Trainingseinheiten auf dem Gelände gebeten", so Hartmann. Drei Trainings veranstaltete der MSC gemeinsam mit der Schule bereits auf dem Gelände im Warburger Industriegebiet. Um den Parcours nutzen zu dürfen, könne man entweder Vereinsmitglied im MSC Desenberg werden oder auch eine Tageslizenz bei dem Verein erwerben, so Hartmann. Beides ist möglich. Die Tageslizenz finden Interessierte entweder im Netz oder in einem Briefkasten auf dem Gelände. Außerdem ist ein eigenes Mountainbike, bei dem man möglichst die Federung sperren kann, und geeignete Schutzkleidung für die Nutzung der Strecken, erforderlich. "Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der Resonanz. Der Park wird gut angenommen", zieht Hartmann eine erste positive Bilanz. Dennoch planen die Projektverantwortlichen weiter und sammeln auch weiterhin Spenden. "Wir würden gerne eine Schutzhütte auf dem Gelände aufstellen, damit die Jugendlichen ihre Rucksäcke dort ablegen können oder auch gemütlich zusammensitzen können", so Hartmann. Für die Unterhaltung des Parks sind keine weiteren finanziellen Mittel nötig. "Der Park hält eigentlich ewig. Die Mitglieder entfernen die Steine von der Strecke - das sind die einzigen Instandhaltungsarbeiten", so Hartmann.

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