In der Flüchtlingsunterkunft in Dössel soll es am 9. März zu körperlichen Übergriffen der Polizei auf drei minderjährige Flüchtlingskinder gekommen sein. - © Jens Reddeker
In der Flüchtlingsunterkunft in Dössel soll es am 9. März zu körperlichen Übergriffen der Polizei auf drei minderjährige Flüchtlingskinder gekommen sein. | © Jens Reddeker

Höxter/Warburg SPD fordert Suspendierung der Polizisten nach Vorfall in Warburger Flüchtlingsheim

Sozialdemokraten wollen den Vorfall in einem Untersuchungsausschuss aufarbeiten

Burkhard Battran
Viktoria Bartsch

Höxter/Warburg. Eine ehrenamtliche Helferin in der Warburger Asylbewerberunterkunft hat in einem Brief an die Neue Westfälische die Einsatzbeamten der Polizei in Schutz genommen. Die sehen sich seit Freitag dem Vorwurf von körperlichen Übergriffen gegen Flüchtlinge ausgesetzt. Die Helferin schildert dagegen, dass die Frau aus Syrien mit ihren Kindern in „ein eigenes Haus" umziehen wollte. Um dies zu erreichen, habe sie andere Bewohner der Warburger Zentralunterkunft des Missbrauchs beschuldigt. Die Frau war vor knapp zwei Wochen der Stadt Warburg zugewiesen worden. Vom ersten Tag an habe sie massiv Unruhe in der Unterkunft gestiftet. Die Verlegung in eine andere Warburger Unterkunft sei ihr seit einer Woche bekannt gewesen. Als nun die Polizei kam, habe die Mutter ihre Kinder aufgefordert, sich mit Bissen und Tritten zur Wehr zu setzen und habe auch selbst zugebissen. Die Frau sei alles andere als eine liebevolle Mutter. „Sie schlägt regelmäßig ihre Kinder", sagte die Flüchtlingsbetreuerin. Damit die Umstände des Vorfalls vollständig aufgeklärt werden, fordert die SPD im Kreis Höxter einen Untersuchungsausschuss im Kreistag. "Bürger haben Aufklärung verdient" Der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Christoph Dolle erklärte: „Wir fordern Landrat Spieker nachdrücklich auf, sich als Landrat und Chef der Kreispolizei nicht einer transparenten und umfassenden Aufklärung der Ereignisse zu versperren." Die Bürger in Warburg und im Kreis Höxter hätten eine lückenlose Aufklärung über die Ereignisse verdient. „Hier steht auch das Vertrauen in die Kreispolizei und den Landrat auf dem Spiel", sagte Dolle weiter. Landrat Friedhelm Spieker (CDU) erklärte gegenüber nw.de, dass es Untersuchungsausschüsse nur auf Landes- und Bundesebene gebe, aber nicht auf Kreisebene. Insofern könne er auch kein solches Gremium einberufen. Drei Polizisten sollen am 9. März unverhältnismäßig gegen die alleinstehende Flüchtlingsmutter mit ihren drei Kindern vorgegangen sein. Landrat Spieker hatte Handgreiflichkeiten und verbale Entgleisungen der Beamten eingeräumt. „Angesichts der in Rede stehenden Anschuldigungen und der strafrechtlichen Dimension muss der Landrat die beteiligten Polizeibeamten vorläufig vom Dienst suspendieren – auch um Schaden von der Kreispolizei zu nehmen", forderte Dolle. Am Freitag hatte Landrat Spieker gesagt, dass die Beamten weiter ihren Dienst versehen würden.

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