Landhaus-Geschäftsführer Stephan Lange, Trägervereinsvorsitzende Barbara Hucht, Referent Klaus Töpfer und der stellv. Vorsitzende Josef Fuhrmann. - © Battran
Landhaus-Geschäftsführer Stephan Lange, Trägervereinsvorsitzende Barbara Hucht, Referent Klaus Töpfer und der stellv. Vorsitzende Josef Fuhrmann. | © Battran

Warburg Ehemaliger Umweltminister Klaus Töpfer referiert im "Fairen Bildungshaus"

Folgen des Handelns erkennen

Burkhard Battran

Germete. Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der durch seinen inflationären Gebrauch so verflacht ist, dass man kaum noch weiß, welche Idee dahinter steckt. Der frühere Umweltminister und UN-Exekutivdirektor Klaus Töpfer (76) aus Höxter hat am Samstag im Landhaus am Heinberg die Begriffe zurrecht gerückt. "Das Landhaus am Heinberg ist im letzten Jahr als faires Bildungshaus zertifiziert worden und da Professor Töpfer ja auch Schirmherr der Aktion Faire Gemeinde ist, war er gern bereit, auch mit uns über Nachhaltigkeit zu diskutieren", erklärte Landhaus-Geschäftsführer Stephan Lange. Klaus Töpfer war auch der Vorsitzende der Ethikkommission der Bundesregierung zum Atomausstieg und gilt seither der inoffizieller Botschafter der Energiewende. "Es gibt ressourcenschonende Alternativen zur Kernenergie. Zunächst ist das teurer, aber durch den technischen Fortschritt, wird sich das langfristig rechnen. Vor allem aber ist Deutschland ein Vorbild, dem andere Nationen folgen werden", sagte Töpfer. Unser Wohlstand heute basiere wesentlich auf Subventionen, die unsere Kinder zurückzahlen müssten, erläuterte Töpfer. "Das Einkaufszentrum auf der grünen Wiese wird von der Mobilität subventioniert und die Rechnung der Flussbegradigung im Oberlauf zahlen die Bewohner des Unterlaufs mit immer größeren Überschwemmungen", sagte Töpfer. Nachhaltig handeln erfordere, die Folgen des Handelns zu erkennen. "Wir leben in einem Diktat der Kurzfristigkeit, davon müssen wir uns lossagen", forderte Töpfer. Die beste Definition von Nachhaltigkeit hat Töpfer in der Bibel gefunden. Dort heißt es: "Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaue und bewahre." Von Freitag bis Sonntag fanden im Landhaus am Heinberg die traditionellen Kreativtage mit rund 40 Teilnehmern statt. "Dieses Angebot ist sehr beliebt und unsere Teilnehmer sind diesmal zwischen zwei und 83 Jahren alt", sagte Kursleiterin Anja Geuecke.

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