In den riesigen Rollschränken im Museum im "Stern" werden akkurat beschriftete Kartons verwahrt. "In den säurefreien Kästen sind jahrhundertealte Papiere zu finden", sagt Archivar und Museumsleiter Franz-Josef Dubbi. - © FOTO: NW-ARCHIV/SANDRA WAMERS
In den riesigen Rollschränken im Museum im "Stern" werden akkurat beschriftete Kartons verwahrt. "In den säurefreien Kästen sind jahrhundertealte Papiere zu finden", sagt Archivar und Museumsleiter Franz-Josef Dubbi. | © FOTO: NW-ARCHIV/SANDRA WAMERS

Warburg So schafft das Warburger Stadtmuseum Heimat

Die Museumsverantwortlichen blicken auf ein erfolgreiches Ausstellungsjahr zurück und kündigen das neue Programm an

VON DIETER SCHOLZ

Warburg. So manches, was in den Archiven des Warburger Stadtmuseums im "Stern" schlummert, möchte auch mal in die Ausstellung. Exakt 5.455 Besucher schauten sich im vergangenen Jahr die Ausstellungen an. Eine Anzahl, die deutlich über dem selbstgesteckten Ziel der Museumsverantwortlichen lag, wie Museumsleiter Franz-Josef Dubbi berichtet. Unter den acht Sonderschauen lockte besonders die Ausstellung zum 100. Geburtstag des Altstädter Künstlers Heinrich Holtgreve ins Museum.

Die Welt verändert sich: "Alles ist oder scheint im Wandel zu sein", bemerkte Bürgermeister Michael Stickeln bei der Verabschiedung von Christian Holtgreve, Irmgard Heuel und Heiner Stiene aus dem Vorstand des Museumsvereins am Montagabend. Die drei langjährig bewährten Kräfte hatten sich nicht mehr zu Wiederwahl gestellt. "Wir brauchen Orientierungspunkte und identitätsstiftende Angebote", führte Stickeln seinen Gedanken fort. Lokale Geschichte, Kunst und Kultur stifte eine solche Identität und werde so zur wichtigen gesellschaftlichen Klammer. "Die Beschäftigung mit Geschichte, Kunst und Kultur fördert den Gemeinsinn, schafft eine gemeinsame Ebene, schafft Heimat und bündelt bürgerschaftliches Engagement", hielt das Stadtoberhaupt fest. Ein vielfältiges und innovatives Kulturleben trage nicht nur zur Attraktivität der Stadt bei, es sei auch langfristig "ein Nährboden für kreative Impulse und Visionen". Auch dafür stehe das Warburger Stadtmuseum.

Gezeigt wurden im vergangenen Jahr acht Sonderausstellungen. Die Reihe begann mit Collagen von Eckhard Hachmann. Anschließend waren Arbeiten von Helmuth Ernst und Hans-Jürgen Caspari zu sehen. Im April wurde die Schau über 30 Jahre Kulturforum eröffnet. Radierungen von Anneliese Volmert und der Gruppe "blaugeschönt" standen dann auf dem Programm, bevor die jährliche Präsentation der Fotos von Erich Kesting "Warburg vor 50 Jahren" im Sommer gezeigt wurde. Fotografien von Gerd Kasten und Leihgaben aus der Geschichtswerkstatt stellten Volkmarsen als nordhessische Nachbarstadt vor.

Anlässlich seines 100. Geburtstages erinnerte das Museum an den Künstler Heinrich Holtgreve. Allein am Eröffnungstag zählte die Werksschau mehr als 200 Besucher. Am Ende waren es knapp 1.200.

Reiner Schlestein zeigte Ende des Jahres ungewöhnliche Glasskulpturen.

Das neue Jahr wird mit der Ausstellung "Von nun an habe ich nur noch Trauriges zu berichten" die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts", so der neue Vorsitzende des Museumsvereins, Rainer Mues, beleuchten. Die Schau zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges und dessen Auswirkungen auf Stadt und Region vor 100 Jahren wird am 3. August eröffnet. Eugen Drewermann wird zum Thema am Montag, 1. September, im Beyer-Saal des Museums sprechen. Es sei für ihn überraschend gewesen, "wie viele Berichte von Warburger Augenzeugen noch für die Ausstellung zusammengetragen werden konnten", sagte Rainer Mues.

Ab Ende Februar erinnern die Museumsmacher an den Maler Josef Sauerland und zeigen Bilder aus dem Nachlass. Mit Blick auf die Fasten- und Passionszeit werde dazu Sauerlands Holzschnittzyklus "Kreuzweg" gezeigt, kündigte Mues an.

Im Mai folgen Stadtmotive und Landschaftsbilder von Benno Chmella. Aus dem Fotoarchiv von Erich Kesting werden sich ab Juni Aufnahmen aus dem Jahr 1964 in den Ausstellungsräumen einfinden. "Feuer, Flamme, Feder" ist die Schau mit Arbeiten von Sabine Friedrich und Birgit Kasten im Oktober überschrieben. Zwei Warburger Fotografen, Hermann Tenge und Heinz Wronker, haben Bildstöcke und Heiligenhäuschen als Motive bearbeitet. Sie sind ab November im Museum zu sehen. Und zum Jahresabschluss werden die Warburger Schulen Gelegenheit haben, Aktuelles aus dem Kunstunterricht der Öffentlichkeit vorzustellen.

"Spannende Ausstellungen und Abende im Museum für die Region", fasste Mues das kommende Programm zusammen.

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