Inmitten seiner Auffangstation: Wilfried Limpinsel mit einem Rothabicht im ersten Lebensjahr. Neben den Volieren befinden sich Teichanlagen mit Fischen. - © Leonie Molls
Inmitten seiner Auffangstation: Wilfried Limpinsel mit einem Rothabicht im ersten Lebensjahr. Neben den Volieren befinden sich Teichanlagen mit Fischen. | © Leonie Molls

Kreis Paderborn/Marsberg Zukunft der Greifvogel-Station unklar: Betreiber wollen in Rente gehen

Auffangstation für verletzte Tiere: Warum die private Institution in Essentho neuer Strukturen bedarf, und wie die Behörden dazu beitragen wollen

Karl Finke

Kreis Paderborn/Marsberg-Essentho. Wilfried und Mathilde Limpinsel sind, wenn ihr Lebensalter zugrunde gelegt würde, "schon länger in Rente". Der Herr der Greifvögel in der Essenthoer Mühle ist "schon über 70". Von ihrem Lebenswerk haben die beiden allerdings bislang nicht gelassen. Nun wird die Altersvorsorge vor allem für die verletzten Greifvögel immer dringender. "Wenn uns mal was passiert...", sorgt sich die Gattin gegenüber der Neuen Westfälischen. Dann würde eine ganze Region - der Einzugsbereich erstreckt sich über drei Kreise und weiter bis nach Hessen - plötzlich ohne eine Auffangstation dastehen. Das darf auch aus Sicht der Kommunalvertreter nicht passieren. Als "unverzichtbar" ist die Infrastruktur nicht nur vom Kreis Paderborn sondern auch den bereits beteiligten Behörden Umweltministerium und Landesamt (LANUV) bezeichnet worden. Die Vögel werden in Essentho auch beringt, so dass die Station zudem einen Beitrag zu Wissenschaft und Forschung erbringt. Zukunftskonzept liegt bei der Bezirksregierung Arnsberg Weil die Essenthoer Mühle (früher Altkreis Büren) im Hochsauerlandkreis liegt, muss die Federführung für ein Zukunftskonzept bei der Bezirksregierung Arnsberg liegen. Gemeinsam wird nach einer zukünftigen Rechtsform für die Auffangstation gesucht, die dem Ehepaar Limpinsel das weitere Wohnen vor Ort gewährleistet und eine "Zweckbindung für 10, 15 Jahre gewährleistet", sagte Paderborns Kreisdezernent Martin Hübner in der Sitzung des Kreis- und Finanzausschusses. "Es ist nicht leicht eine persönliche Entscheidung zu treffen", beschrieb Hübner die Hürde auf der familiären Seite. Zahl der verletzten Greifvögel hängt mit dem Verkehrsaufkommen zusammen Die Auffangstation ist eine von 20 in einem Netzwerk in Nordrhein-Westfalen. Die große Zahl der verletzten Greifvögel in diesem Bundesland hängt auch mit dem hohen Verkehrsaufkommen zusammen. Die größte Zahl der verletzten Vögel, die in der Station wieder aufgepäppelt werden, rechnet die grüne Kreistagsfraktion dem Paderborner Kreisgebiet zu. Die Grünen haben in der Sitzung am Montag ein Konzept zur langfristigen Finanzierung der Auffangstation angemahnt. "Ziel ist es, die Kosten auf möglichst viele Institutionen zu verteilen", so Hübner als Zwischenbilanz der bisherigen Gespräche. Als finanzielle Modelle stellt er sich Tages-, Monats- oder "am liebsten Jahrespauschalen" für den weiteren Betrieb der Station vor. Weitere finanzielle Mittel werden für Sanierungen der Volieren und erforderliche Anbauten benötigt. "Ich hoffe, dass ich ihnen bis Weihnachten sagen kann, wie es 2019 weiter geht", nannte Hübner eine Zeitschiene für eine neue Struktur. Übrigens arbeitet eine Tochter der Familie Limpinsel in der Leitung des Duisburger Zoos.

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