21 Botanicals: Kai Seidenhefter und Tobias Radler zeigen einen Großteil der Zutaten für den Fieldfare Diemel Gin. Kernelement sind die Wacholderzapfen, die in der großen Schüssel liegen. Auf dem Holzbrett liegen Koriander, Kardamom, Granatapfelkerne und Wakame-Alge, hinzukommen beispielsweise noch Petersilienwurzel oder Zesten von Grapefruit und Orangen aus Bioanbau. All das ergänzt die Aromen des eigenen Wacholders aus dem Diemeltal perfekt, sagen die Hersteller. - © Hermann Ludwig
21 Botanicals: Kai Seidenhefter und Tobias Radler zeigen einen Großteil der Zutaten für den Fieldfare Diemel Gin. Kernelement sind die Wacholderzapfen, die in der großen Schüssel liegen. Auf dem Holzbrett liegen Koriander, Kardamom, Granatapfelkerne und Wakame-Alge, hinzukommen beispielsweise noch Petersilienwurzel oder Zesten von Grapefruit und Orangen aus Bioanbau. All das ergänzt die Aromen des eigenen Wacholders aus dem Diemeltal perfekt, sagen die Hersteller. | © Hermann Ludwig

Kreis Höxter/Ostheim In Ostheim wird Gin aus Wacholder des Diemeltals hergestellt

Sommerfest am 16. Juni in der Alten Schmiede

Hermann Ludwig

Kreis Höxter/Ostheim. "Fieldfare", der englische Begriff für die Wacholderdrossel, auch Krammetsvogel genannt, ist Namensgeber für einen regionalen Gin, der in Ostheim destilliert wird. Im Vordergrund beim "Fieldfare Diemel Dry Gin" steht der selbst gesammelte Wacholder des Diemeltals, der süßlich und aromatisch den besonderen regionalen Charakter hervorruft. "Wir sammeln selbst von Hand, das ist hier eine wahre Manufaktur", erzählt Ideengeber Kai Seidenhefter, der mit diesem Gin-Projekt ein Schlaglicht auf die wunderschöne Region lenken will. "Ich habe schon immer den Traum gehabt, die besonderen Stärken der Diemelregion nach Außen zu tragen. Mit dem Gin, der seinen Markenkern in dem regionalen Wacholder hat, haben wir ein Produkt entwickelt, das Aufmerksamkeit erzeugt", sagt Seidenhefter, der mit Freunden und Familie dieses Projekt 2015 auf den Weg gebracht hat. In diesem Kreis wurden schon seit Jahren Ideen formuliert, die Strukturen im ländlichen Raum zu verbessern und eine Wertschöpfung zu erzielen. Hierzu gehört die mögliche Steigerung sanfter touristischer Attraktivität, Gedanken zur räumlichen Dorfentwicklung und realistische Erwägungen zur hinreichenden infrastrukturellen Lebensqualität auf dem Dorf. Anfangs eine Schnapsidee, nun ein ernsthaftes Projekt "Das war anfangs sicherlich eine von vielen belächelte Schnapsidee, mittlerweile ist das ein ernsthaftes Projekt", erklärt der 55-Jährige, der jetzt gemeinsam mit Tobias Radler die Firma Diemelstrand führt, die mit ihren Teilhabern ein Mehrgenerationenprojekt darstellt. Anfangs wurde der Gin noch in einem Gartenhaus destilliert und in der Küche abgefüllt. 2017 hat das junge Unternehmen eine alte Schmiede zur Destille und Probierraum umgestaltet. "Damit konnten wir auch ein Stück dazu beitragen, eine wertvolle Immobilie der Dorfgeschichte zu erhalten", sagt Tobias Radler, der den kaufmännischen Part im Unternehmen innehat und durch seine Erfahrung als Barkeeper bei Gin-Tastings viele Fragen um den Gin beantworten kann. "Unseren Diemel Dry Gin kann man ausgezeichnet pur genießen. Das ist ein schöner Schluck Region, aber auch mit einem Premium Tonic Water in Verbindung mit einer Orangenzeste oder einer Limettenscheibe schmeckt er ausgezeichnet", sagt der 31-Jährige. Geholfen hat den Unternehmern die Wertschätzung von Gin-Experten. "Es gibt auf der Welt unzählige Gins, euer Diemel-Gin hat da gefehlt", zitiert Kai Seidenhefter aus einem Gespräch mit dem Gin-Experten Philipp Reim. "Positiv fand ich beim Tasting seine Aromenvielfalt im Mund. Beim Fieldfare hingegen bekommst du eine Palette würziger und floraler Noten, die an Wacholder, Veilchen und Sanddorn erinnern", schreibt Gin-Experte Philipp Reim in einer Bewertung. "Will ein Markt, der bis zum Bersten gefüllt ist, in dem Neuerscheinungen häufig nur noch langweiligen, am Leben bleiben, braucht er Glanzstücke. Eine der neuesten dieser Highlights ist der Fieldfare Dry Gin", erklärt Reim. Koriander, Kardamom und Wakame-Alge ergänzen die Aromen des eigenen Wacholders. Zitrusnoten von Orange, Grapefruit und Sanddorn verleihen zudem Frische. Insgesamt prägen 21 Botanicals den kräftigen Gin, der auch in regionalen Fachgeschäften zu erwerben ist. 80 Prozent des Umsatzes werden im Fachhandel und in der gehobenen Gastronomie gemacht. In der Alten Schmiede gibt es regelmäßig Gin-Tastings. Dazu gibt es ein Buffet mit regionalen Produkten. Kai Seidenhefter freut sich über die Wertschätzung des Diemel-Gins und sagt: "Dies ist eine Chance, sich den Massentrends entgegenzustellen und überdies regionale Wertschöpfung für alle zu schaffen."

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