Bislang ist die Nachfrage noch nicht groß: Alexander Martel arbeitet im Sport Mewes und erwartet zur Fußball-Weltmeisterschaft einen steigenden Absatz an Trikots der deutschen Nationalmannschaft. "Je weiter sie kommen, desto begehrter werden die Trikots", sagt er und erinnert sich mit Freude an die WM 2014. Fotos: Jan Ahlers|| - © Jan Ahlers
Bislang ist die Nachfrage noch nicht groß: Alexander Martel arbeitet im Sport Mewes und erwartet zur Fußball-Weltmeisterschaft einen steigenden Absatz an Trikots der deutschen Nationalmannschaft. "Je weiter sie kommen, desto begehrter werden die Trikots", sagt er und erinnert sich mit Freude an die WM 2014. Fotos: Jan Ahlers|| | © Jan Ahlers

Warburg In Warburg steigt das Fußballfieber

Ein Monat Fußball: Die Weltmeisterschaft interessiert auch die meisten Warburger. Wenige Tage, bevor Gastgeber Russland die Spiele eröffnet, läuft die Vorfreude noch eher gemächlich an

Jan Ahlers

Warburg. Drei Tage noch, dann messen sich die 32 besten Fußballnationalmannschaften in Russland, um den Weltmeister auszuspielen. Der Titelverteidiger heißt Deutschland - umso größer sollte die Vorfreude eigentlich sein. Doch noch ist in der Stadt davon nicht viel zu spüren. Kaum eine Flagge hängt auf Balkonen oder in Fenstern, kaum eine Autofahne ziert die Seitenfenster. Wir haben uns auf die Suche nach Spuren der Fußball-WM gemacht. Was im Trend liegt - und was kaum noch verkauft wird "Autofahnen sind nicht mehr so beliebt", sagt Annika Schräder, die die neue Woolworth-Filiale an der Hauptstraße leitet. Sie erinnert an das Jahr 2006, das Sommermärchen - an Millionen Fahrzeugen flatterte Schwarz-Rot-Gold. Besser verkauft werden Jumbofahnen, meint sie. Die könne man an Fahnenmasten aufhängen, andere wiederum hüllen sich beim gemeinsamen Gucken darin ein. Frauen entscheiden sich oft für kleine Accessoires, verrät sie, während die Schminkstifte bei Kindern gefragt seien. Neben den Klassikern finden sich in den Läden der hiesigen Discounter auch ungewöhnliche WM-Begleiter. Ein Samba-Set zum Beispiel, mit dem ordentlich Lärm gemacht werden kann. Gartenzwerge im Nationaldress, Trikots für alle Hundegrößen oder eine Popcornmaschine in Fußballform. Wer auffallen will, greift zur Deutschland-Perücke oder gar zum Megafon. Zeitlos im Trend sind die schwarz-rot-goldenen Hawaiiketten. Passend zum Stoßgebet gen Fußballgott wird sogar eine WM-Kerze angeboten. Der Bedarf an Trikots wird noch wachsen Noch sind die Regale voller Fanartikel, werden kaum beachtet. "Das Fußballfieber wird kommen", beschwört Schräder. "Spätestens, wenn die Weltmeisterschaft am kommenden Freitag endlich beginnt." Dem kann Alexander Martel nur zustimmen. Er arbeitet im Sport Mewes an der Josef-Wirmer-Straße, das unter anderem die aktuellen Trikots der deutschen Nationalmannschaft verkauft - aktuell in Kombination mit einem Fass Bier, um den Verkauf anzukurbeln. "Der Bedarf wird noch steigen", prognostiziert Martel. Für gewohnt müsse das Turnier erst einmal beginnen, die Spiele über den Fernseher flimmern, damit zum Trikot gegriffen werde. Martel stellt ehrlich fest: "Das Feeling war vor der Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 ein anderes." Möglicherweise sind es Nachwirkungen der umstrittenen Vergabe an Russland, die im Nachhinein von massiven Korruptionsvorwürfen erschüttert wurde. Oder die autokratische Staatsform. Es wird wohl von allem ein bisschen sein, sagt ein älterer Passant, der nicht namentlich genannt werden möchte. Er jedenfalls sei ziemlich skeptisch und trotz Fußballbegeisterung noch nicht im WM-Fieber. 2014 war der Ansturm riesig Das Sportgeschäft hat sich dennoch mit Heim- und Auswärtsjerseys der Elf von Joachim Löw eingedeckt. Martel hofft: "Je weiter die Mannschaft kommt, desto begehrter werden die Trikots." Kurzfristige Nachbestellungen seien dann schwierig - wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Er erinnert sich: "Als 2014 der vierte Stern auf das Trikot kam, gab es kein Halten mehr. Fast jeder wollte eins kaufen." Das Halbfinale traut der sportinteressierte Angestellte den Deutschen zu, "danach wird?s ein Glücksspiel." Es gebe einige Kandidaten mit starken Einzelspielern. "Noch ein WM-Titel wird daher schwierig."

realisiert durch evolver group