Glückliche Gesichter auf dem Hof: Etwa 15 Kinder aus der ZUE Borgentreich haben den Hof Waldeyer erkundet. Ehrenamts-Koordinatorin Ellen Sickes-Lange (l.) spricht von einem "sehr gelungenen Nachmittag". Speziell der grüne Traktor zog viele Kinder an. - © Jan Ahlers
Glückliche Gesichter auf dem Hof: Etwa 15 Kinder aus der ZUE Borgentreich haben den Hof Waldeyer erkundet. Ehrenamts-Koordinatorin Ellen Sickes-Lange (l.) spricht von einem "sehr gelungenen Nachmittag". Speziell der grüne Traktor zog viele Kinder an. | © Jan Ahlers

Hampenhausen/Borgentreich Flüchtlingskinder der ZUE finden Abwechslung auf Bauernhof

Ausflug: Ehrenamtliche Mitarbeiter der ZUE Borgentreich haben einen Besuch auf Hof Waldeyer in Hampenhausen organisiert. Eine Fahrt auf dem Traktor und das Shetlandpony ziehen die jungen Besucher an

Jan Ahlers

Hampenhausen/Borgentreich. "Die Kinder brauchen einfach etwas Abwechslung", sagt Ellen Sickes-Lange. Dann zeigt sie auf eine Gruppe von acht Kindern, die gerade ein Shetlandpony eifrig von Kopf bis Schweif abbürsten. Sie lächelt. Manchen einheimischen Kindern würde vielleicht schon nach fünf Minuten langweilig, spekuliert die Ehrenamtskoordinatorin der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) Borgentreich. Die Flüchtlingskinder, die aktuell in der ZUE leben, vergnügen sich dagegen schon seit mehr als einer Stunde auf dem Hof von Marion und Michael Waldeyer. Sie spielen, sie lachen und zeigen sich sehr interessiert über die Arbeit auf dem Hof. "Sie kennen in Borgentreich ja nur die nähere Umgebung, etwa den Weg von der Einrichtung bis zum Supermarkt", sagt Sickes-Lange. Der Nachmittagsausflug, den die ehrenamtlichen Helfer auf die Beine gestellt haben, soll sie auf andere Gedanken bringen. Denn wie die Zukunftsperspektiven der Kinder aussehen, weiß niemand. "Die durchschnittliche Aufenthaltszeit wird immer länger", sagt Sickes-Lange. Mittlerweile betrage sie bis zu 24 Monaten. Idee für Hofbesuch entstand auf dem kurzen Dienstweg Entstanden ist die Idee, den Kindern einen Bauernhof zu zeigen, auf dem kurzem Dienstweg: Marion Waldeyer arbeitet halbtags als Krankenschwester in der ZUE. Sie half den Kindern, in weiße Overalls zu schlüpfen - eine Hygienemaßnahme, bevor es in den 1.700 Tiere starken Schweinestall ging. "Es ist aufgrund der Sprachbarrieren nicht leicht, die Kinder zu informieren", sagt Waldeyer. Einige haben bereits Deutsch gelernt, andere können Englisch sprechen. Mit wiederum anderen müsse per Mimik und Gestik kommuniziert werden, sagt Sickes-Lange. "Aber die Verständigung funktioniert wunderbar." Die Kinder sprechen keine gemeinsame Sprache - und verstehen sich doch. Die Stimmung ist prächtig. Schließlich deutet sich mit lautem Knattern ein weiteres Highlight an: Michael Waldeyer fährt mit seinem größten Traktor vor. Schnell bildet sich eine Schlange, jedes Kind möchte mitfahren. Gerne würde Ellen Sickes-Lange öfter solche Ausflüge machen. Doch das Budget ist gering, die Optionen stehen nicht Schlange. Auch, weil immer noch Skepsis in der Bevölkerung vorhanden ist. Daher wirbt Sickes-Lange um neue Ehrenamtliche. Auf 17 Helfer kann die Koordinatorin der Malteser-Einrichtung im Moment zählen - gerne hätte sie noch einige mehr. "Wir können jede Kraft gebrauchen." Interessierte melden sich unter ellen.sickes-lange@malteser.org

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