Dank und Anerkennung: Hatune Dogan (r.) bekam von der indischen Sektion ihrer weltweit tätigen Stiftung ein Dankeschön in Form einer Tafel für ihre Arbeit überreicht. - © Anna-Lena Ryczek
Dank und Anerkennung: Hatune Dogan (r.) bekam von der indischen Sektion ihrer weltweit tätigen Stiftung ein Dankeschön in Form einer Tafel für ihre Arbeit überreicht. | © Anna-Lena Ryczek

Rimbeck 30 Jahre im Kloster: Schwester Hatune hilft Menschen in Not

"Ein Instrument im Garten Gottes"

Anna-Lena Ryczek

Rimbeck. Die Stiftung "Helfende Hände für die Armen" ist das Herzensprojekt von Schwester Hatune Dogan. Die syrisch-orthodoxe Ordensfrau setzt sich in vielen Ländern für die Menschen ein, reist um die Welt und hilft Armen und Bedürftigen. Hatune Dogan trat vor 30 Jahren ins Kloster ein. Dort hätte sie ein friedliches Leben führen können. "Sie hätte dort essen, schlafen und beten können", sagte am Sonntagnachmittag Festgast T. O. Aleyas aus Indien. "Doch Schwester Hatune entschied sich, ihren Glauben in die Welt zu tragen und zu den Menschen, die sie brauchen." Für Schwester Hatune war ihr 30-jähriges Ordensjubiläum, das sie am Sonntag in Rimbeck feierte, ein großer Festtag. Die syrisch-orthodoxe Ordensfrau blickte Geistlichen und internationalen Gästen im Haupthaus ihrer Stiftung an der Elisabethstraße auf die Erfolge zurück, die sie in den vergangenen Jahrzehnten erzielen konnte. Für Schwester Hatune stand der Glaube immer im Zentrum ihres Lebens Doch auch die Niederschläge in ihrer Arbeit wurden in der interkulturellen Runde thematisiert. Die drei Ehrengäste des Tages waren Julius Hanna Aydin, Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche und ehemaliger Vorsteher des Warburger syrisch-orthodoxen Klosters Jakob von Sarug, Pater Gabriel und T. O. Aleyas, der als Generalsekretär der Hatune-Stiftung in Indien fungiert. "Christ sein heißt auch, dann weiterzumachen, wenn man angeschlagen ist", sagte Aleyas. Um Jesus zu finden, müsse man nicht in den großen Palästen oder Kirchen suchen, sondern unter den Armen, Kranken und Verwundeten. Aleyas fand sehr emotionale Worte für das, was Dogan in den vergangenen Jahrzehnten durchlebt und erschaffen hat. "Ihr könnt sehr stolz auf sie sein", sagte er mit Tränen in den Augen in Richtung der Familie Dogan. Schwester Hatune sei eine kleine Dame, "die viel gekämpft und schwere Zeiten überstanden hat", merkte Aleyas an. Für Schwester Hatune stand der Glaube immer im Zentrum ihres Lebens. "Ich bin nun seit 30 Jahren für Jesus unterwegs und es macht mir auch heute noch Freude", sagte die Ordensschwester. Besonders am Anfang habe sie mit der orientalischen Mentalität zu kämpfen gehabt. Doch ihre Hartnäckigkeit habe sich bezahlt gemacht. "Ich wollte studieren und konnte mir ein Theologiestudium ermöglichen. Die Gründung des Vereins war ein weiterer Meilenstein", erinnerte sich Dogan. Geben mache ihr einfach Spaß, sagte die Ordensfrau Mittlerweile hat sie auch mehrere Bücher geschrieben. Ihr aktuellstes Werk trägt den Titel "Ich glaube an die Tat" und handelt von ihrem Einsatz für Flüchtlinge in Syrien und dem Irak. Die Kirche sei zu einer Art Familie für sie geworden, hielt Schwester Hatune fest. Generell spielt die Familie für sie eine große Rolle. "Meine Eltern haben den ,Spirit' in mir verankert." Ihre Familie habe immer hinter ihrer Arbeit gestanden, so Dogan. Jedoch sei in der Verwandtschaft auch manchmal die Frage aufgekommen, warum sie sich so für andere Menschen hingebe. Schwester Hatune sieht sich selbst als "ein Instrument im Garten Gottes". Geben mache ihr einfach Spaß, sagte die Ordensfrau. Obwohl sich der Hauptsitz ihrer Stiftung in Rimbeck befindet, hat die Ordensschwester seit 2009 keinen einzigen Monat komplett in Deutschland verbracht. "Wir helfen nicht dem, der das Schwert in der Hand hält, sondern denen, die am Boden liegen", nannte Hatune Dogan die Philosophie der Stiftung. Sie hat ihr Leben einem Wort aus dem Matthäus-Evangelium gewidmet. Kapitel 25, Vers 35: "Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen."

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