Im Einsatz: Klaus Stalze (v. l.) Heinz Peine, Helmut Jakob, Ekkehard Kröger, Franz Schäffer, Günter Stute und Joseph Wulf bereiten den Teich in der Diemelaue wieder für zahlreiche Tier- und Insektenarten auf. - © Vivien Tharun
Im Einsatz: Klaus Stalze (v. l.) Heinz Peine, Helmut Jakob, Ekkehard Kröger, Franz Schäffer, Günter Stute und Joseph Wulf bereiten den Teich in der Diemelaue wieder für zahlreiche Tier- und Insektenarten auf. | © Vivien Tharun

Warburg Aktivengruppe kümmert sich um den Warburger Eisteich

Erhalt eines artenreichen Lebensraumes

Vivien Tharun

Warburg. In der Kinderstube von Kaulquappe, Teichhuhn und Co. ist Frühjahrsputz angesagt: Die ehrenamtliche Aktivengruppe des Warburger Heimat- und Verkehrsvereins (HVV) kümmert sich zurzeit jeden Mittwoch um den kleinen Teich in der Nähe des Sportplatzes in der Diemel-aue. "Der Teich drohte zu verlanden", sagt Klaus Stalze, Vorsitzender des HVV. Das wäre für zahlreiche Tier- und Insektenarten verheerend gewesen: Kröten und Frösche nutzen das Gewässer als Laichplatz, Bachstelzen brüten in Ufernähe, Insekten wie Wasserläufer und -käfer sind auf Wasser angewiesen. "Früher haben Schüler der Eisenhoit-Schule den Teich gepflegt", sagt Stalze. Doch mit der Schließung der Förderschule in der Altstadt fehlten nun Menschen, die sich um die Anlage kümmerten. Die Schulleiterin Ulrike Menn habe darum den Kontakt zum HVV gesucht, um jemanden zu finden, der das Biotop erhält. Das hat geklappt. In Rücksprache mit der Stadt Warburg wurde aus dem Tümpel wieder ein Teich: Mitarbeiter des Warburger Kommunalunternehmens baggerten viele Kubikmeter Schlamm und Erde heraus. Frisches Wasser hat nun wieder Platz. "Jetzt sieht es gerade ein wenig kahl aus", sagt Anwohnerin Andzelika Kassan. "Aber nach einer Weile wird sich hier wohl wieder viel Leben ansiedeln", sagt sie weiter. Auf zahlreichen Spaziergängen im vergangenen Jahr habe sie Schmetterlinge, verschiedene Libellenarten, Frösche und auch ein Reh am Teich gesehen. Es sei wie ein kleines Naturschutzgebiet mitten in der Stadt. "Insekten und Tiere die man sonst nicht wahrnimmt, werden an diesem Ort sichtbar", sagt Kassan. Von den Baggerarbeiten verschont wurde der ursprüngliche Schilfbestand in der Mitte des Teichs - als Schutz und Lebensraum für alle Lebewesen am Wasser. "Wir haben ein Teichhuhnpaar, das immer wieder hierher zum Brüten kommt", sagt Klaus Stalze. Seit dem Jahr 2006 sind Teichhühner auf der Vorwarnstufe der Roten Liste gefährdeter Arten. Darum sei es besonders wichtig, ihre Brutstätten zu erhalten. Für andere Vogelarten hat der HVV rund um den Eisteich die Brutkästen instand gesetzt. Weil sich aber auch ungefiederte Warburger Zweibeiner dort wohlfühlen sollen, machen die Freiwilligen des HVV noch etwas mehr, als den Teich freizulegen. Marode Bänke werden entfernt, ein Rundweg neu angelegt: "Wir verteilen frische Holzschnitzel auf den Pfaden am Uferrand", sagt Stalze. Und dann sammelten die zwölf aktiven Helfer noch jede Menge wilden Müll ein. Zahlreiche Flaschen seien achtlos in Teich und Umgebung geworfen worden, sagt Stalze. Nun ist alles wieder picobello und die ehrenamtliche Gruppe hofft, dass das auch so bleibt.

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