Im Einsatz für die Bienen: Ben (7) und sein Bruder Jan (9) aus Hohenwepel möchten den Bienen ein Stückchen Heimat und Futter anbieten. Luise Eickmeier-Ehrlich berät die beiden engagierten Kinder gerne bei diesem Vorhaben. - © Saskia Jochheim
Im Einsatz für die Bienen: Ben (7) und sein Bruder Jan (9) aus Hohenwepel möchten den Bienen ein Stückchen Heimat und Futter anbieten. Luise Eickmeier-Ehrlich berät die beiden engagierten Kinder gerne bei diesem Vorhaben. | © Saskia Jochheim

Hohenwepel Pflanzenflohmarkt in Hohenwepel: Da freuen sich die Gartenfreunde

Bunte Blüten für fleißige Bienen

Saskia Jochheim

Hohenwepel. Auf grauen Regen folgte der Sonnenschein: Am Sonntag fand der zweite Pflanzenflohmarkt in Hohenwepel statt. Rund um den Kirchplatz von St. Margaretha hatten 19 Pflanzenfreunde ihre Stände aufgebaut. Nach einem ziemlich nassen Start hatte Petrus ein Einsehen und machte mit viel Sonnenschein aus dem grünen Markt einen vollen Erfolg. Viele deckten sich mit tollen neuen Pflanzen für das gerade beginnende Gartenjahr ein. Und die jungen Besucher hatten Spaß beim Hufeisen-Werfen oder schauten gespannt beim Sensen-Dengeln zu. "Was ist denn das?", bemerkten viele Pflanzenfreunde. Fragend hielten sie einen langen verholzten Stiel mit einem bauchigen Ende in den Händen. "Das wiegt ja fast nichts", folgte die nächste Bemerkung. Wiegen kann "es" auch nicht mehr viel. Schließlich ist die Kalebasse bereits gestorben, ihr Fruchtfleisch verdorrt. Das bauchige Ende aber hütet neues Leben: Die Samen für viele kleine neue Kalebassen, auch "Flaschenkürbisse" genannt. Ihre jetzige Schönheit liegt allerdings ganz im Auge des Betrachters: "Sie machen sich gut in größeren Gestecken oder können anderweitig als Deko-Objekt verwendet werden", schlägt Manfred Böker vor. "Falls Bedarf besteht, ist sie auch gut zum Verhauen böser Nachbarn", scherzt er. Der Dalhauser hat den Flaschenkürbis mit nach Hohenwepel gebracht. Gemeinsam mit seiner Frau Claudia und Schwiegermutter Erika Peters ist er der Einladung von Luise Eickmeier-Ehrlich gerne gefolgt und hat seinen Stand erstmalig vor der St.-Margaretha-Kirche aufgebaut. Vor allem allerlei Stauden tummeln sich auf seinem Tisch - und finden schnell neue Besitzer. "Stauden gehen immer", erklärt der Dalhauser Pflanzenfreund. Unweit vom Stand der Bökers entfernt, ließen sich helle Klopfgeräusche vernehmen. Folgte man ihnen, gelangte man zu zwei Männern, die geduldig auf geschmiedetes Stahl hämmerten. Besser gesagt, sie "dengelten". »Die Sense hat man genau so wenig verliehen wie die eigene Frau« Durch das Dengeln schärften Harry Arnemann und Klaus Welsch die Blätter einer Sense. Anschaulich zeigten sie, wie die Mähwerkzeuge aus Zeiten, als es weder Rasenmäher noch Mähdrescher gab, bearbeitet wurden. "Durch das Dengeln wird die Klinge geschärft, ohne dabei an Substanz zu verlieren, wie es beim Schleifen passieren würde", erklärt Harry Arnemann. Damals sei die Sense sehr teuer und für ihren Besitzer ein Heiligtum gewesen. "Die Sense hat man genau so wenig verliehen wie die eigene Frau", betont der Bodenfeldener, der mit seinem Verein, dem "Sensenclub Bodenfelde", einmal im Jahr an Pfingsten einen Mähwettbewerb veranstaltet. Schon zur Premiere des Hohenwepeler Pflanzenflohmarktes war Werner Vössing dabei gewesen. Auf die Einladung von Luise Eickmeier-Ehrlich hat er sich aus Jakobsberg gerne wieder auf den Weg gemacht. Auch er verkauft am meisten Stauden. 20 verschiedene davon hat er im Angebot: "Die Leute sind vor allem auf der Suche nach Lupinen, Rittersporn oder Bartnelken", weiß der Hobbygärtner. Um ziemlich kleine, aber dafür umso wichtigere Lebewesen kümmert sich die Organisatorin des Marktes: Luise Eickmeier-Ehrlich hat eine Menge Bienen-Futter an ihrem Stand. "Die bunten Blüten erfreuen unser Auge und den Magen der fleißigen Bienen", erklärt die Bienenweiden-Fachberaterin. Allerdings sei es wichtig, den summenden Gesellen offene Blüten anzubieten. "Die gefüllten Blüten sehen zwar wunderschön aus, aber die Blüte muss offen sein, sonst kommen die Bienen nicht an den Nektar", erklärt sie. Im Einsatz für die Bienen ist auch Familie Beekhuis unterwegs. Die Söhne Ben (7) und Jan (9) haben in der Schule von der Not der Bienen gehört. "Außerdem lernen sie viel vom Vater ihres Freundes, der ist nämlich Imker", erklärt Papa Jörg. Einen Teil ihres Rasens möchten die Beekhuises jetzt den Bienen widmen. Luise Eickmeier-Ehrlich hilft ihnen bei diesem Vorhaben gerne mit verschiedenen Bienenweide-Samenmischungen weiter.

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