Schimmernde Flügel, spitze Ohren und ein phantasievolles Gewand: Die Elfe Sorgenfrei ließ die grauen Gedanken der Besucher mit ihren Seifenblasen in die Höhe steigen und zerplatzen. Ihr Gewand hat sie „nach und nach selbst zusammengestellt". Gräser, Moose und kleine Pilze zieren die perfekte Erscheinung aus der „alten Zeit" - © Fotos: Saskia Jochheim
Schimmernde Flügel, spitze Ohren und ein phantasievolles Gewand: Die Elfe Sorgenfrei ließ die grauen Gedanken der Besucher mit ihren Seifenblasen in die Höhe steigen und zerplatzen. Ihr Gewand hat sie „nach und nach selbst zusammengestellt". Gräser, Moose und kleine Pilze zieren die perfekte Erscheinung aus der „alten Zeit" | © Fotos: Saskia Jochheim

Warburg Mittelalterliches Spektakel begeistert Besucher

Fest mit vielen neuen Attraktionen

Saskia Jochheim

Warburg. Schon aus der Ferne waren sie zu hören: Sackpfeifen und Trommeln, die durch ihre Klänge an das Leben in vergangenen Zeiten erinnern. Vor der St. Johannes Baptist Kirche aus dem 19. Jahrhundert, tobte die Mittelalter-Band Unvermeydbar über die Bühne. Priester, Gaukler und Märchenerzähler bevölkerten den Marktplatz und die Hauptstraße. In den Schänken floss das süße Met in Strömen und aus den zahlreichen Buden duftete es nach Gebratenem, Gesottenem – und vegetarischem Mahl. In der strahlenden Aprilsonne glitzerten die Seifenblasen, die ein wundersames Wesen mit großen schillernden Flügeln in den Himmel aufsteigen ließ: Die Fee Sorgenfrei war mit ihrer Seifenblasenmaschine durch die Lüfte nach Warburg geflogen. „Das war gar nicht so einfach bei dem schlechten Wetter am Freitag, das könnt ihr euch sicher vorstellen", erklärte sie den staunenden Kindern, die sich in einer großen Traube um sie versammelt hatten. Vor allem für die kleinen Mittelalter-Fans gab es allerlei zu entdecken – und zu lernen. Rund um die alten Handwerke versteckten sich Fragekarten auf dem Markt. Für die „Reifeprüfung" galt es, diese Fragen zu beantworten. „Die ersten fünf Gewinner bekommen ein Holzschwert", verrät der Organisator des Mittelalter-Marktes Marc Homberger. Eines dieser Handwerke beherrscht Philipp Volkmer. Der gelernte Schreiner aus Bochum hat seine Wipp-Drechselbank aus dem achten Jahrhundert mit nach Warburg gebracht. Mit ihr stellt er „Klüpfel" her. „Das sind aus einem Holzstück gefertigte Hammer, die heute noch in von Bildhauern verwendet werden und in der Lederverarbeitung zum Einsatz kommen", erklärt er. Schlafen wird der Schreiner direkt neben seiner Drechselbank: In seinem traditionell-mittelalterlichem Zelt lagen auf dem geflemmten Bett einladende kuschelige Felle. Lila Getränke in der Drachenmühle Schillerndes gab in der Drachenmühle zu bestaunen: Blaue, lila, gelbe und rote, glitzernde Flüssigkeiten funkelten geheimnisvoll in ihren bauchigen Flaschen. Ein sympathisches Lächeln gepaart mit weisen Worten gab es vom Betreiber des Standes Sebastian Riese gratis dazu. Die leckeren Beerenweine und Liköre mit Namen wie „Drachenblut, Zaubertrank oder Elfentau" werden im Familienbetrieb in Minden hergestellt. „Wir arbeiten sehr nah an der Frucht, alle unsere Produkte sind aus natürlichen Zutaten", betont Sebastian Riese. Ein paar Meter weiter wurde es brenzlig: Brennende Fackeln flogen durch die Luft, als der Gaukler Kasper zeigte, was er kann. Heiße Eisen in der Schmiede behauen Insgesamt tummelten sich rund 40 verschiedene Aussteller auf dem Marktplatz und in der Hauptstraße. Zu entdecken gab es die unterschiedlichsten Künste, alte Handwerke, Schmuck, Gefilztes und Dekoratives aus Leder. In der Schmiede konnten Kinder das heiße Eisen behauen, oder den Schleifstein drehen, Bertholder der Erzähler fesselte in seinem rot-gelben Märchenzelt die Aufmerksamkeit seiner kleinen und großen Zuhörer. Organisator Marc Homberger war vollauf zufrieden: „Wetter super, Leute alle zufrieden und die neue „Reifeprüfung" kommt auch bei Eltern und Kindern super an. Was will man mehr?", freute er sich. Das für die Kleinen werde es im nächsten Jahr mit Sicherheit wieder geben.

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