Achtung: Warnschilder bitten Wanderer und Fußgänger auf den Wegen im Wisentgehege um besondere Vorsicht. - © Alexander Lange
Achtung: Warnschilder bitten Wanderer und Fußgänger auf den Wegen im Wisentgehege um besondere Vorsicht. | © Alexander Lange

Hardehausen Wanderer finden Messerklingen im Hardehausener Wisentgehege

Motiv der Täter bisher unklar

Alexander Lange

Hardehausen. Jan Preller und Rainer Glunz können nur mit dem Kopf schütteln: "So etwas haben wir hier noch nie erlebt." Am Freitagnachmittag fanden Wanderer Messerklingen auf dem Gelände des Hammerhofes - auf der knapp zwei Kilometer langen Strecke zwischen dem Kloster Hardehausen und dem Hofcafé. Dass es sich dabei um gefährliche Köder für Tiere handelt, schloss die Polizei am Montagnachmittag auf Nachfrage der Neuen Westfälischen aber aus. Köder seien sonst mit Fleisch oder ähnlichem gespickt, das können bei den gefundenen Klingen aber ausgeschlossen werden. Wer die messerscharfen Klingen, die sonst für Teppichmesser genutzt werden, auf der Strecke verteilt hat, bleibt aber weiterhin ein Rätsel. "Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand einfach so auf dem Weg solche Klingen verliert", sagt Preller vom Waldinformationszentrum Hammerhof zum möglichen Tatmotiv. Die Wanderer gaben die fünf Klingen im Café des Hammerhofes ab. Angestellte des Cafés informierten Preller und seine Kollegen, die sofort Weg und Gelände nach weiteren Klingen absuchten. "Wir haben da alles mehrmals abgesucht, aber nichts weiter gefunden. Irgendwann, wenn es dunkel wird, kannst du auch nicht weitersuchen", so Preller. Keine Angst schüren, sondern nur auf Nummer sicher gehen Auch den Sandkasten habe er sofort geharkt, um mögliche Klingen ausfindig zu machen. Aber auch dort blieb die Suche erfolglos - zum Glück, so Preller: "Genau zu der Zeit kamen auch meine Kinder vorbei. Wenn man dann diese Klingen sieht, bekommt man schon ein mulmiges Gefühl". Am Samstagmorgen stellte Kollege Rainer Glunz direkt Warnschilder auf, die Besucher um erhöhte Vorsicht bitten. "Auf dem Gelände des Wisentgeheges sind Messerklingen von Teppichmessern entdeckt worden. Bitte achten sie auf ihre Kinder und Hunde", steht auf den Hinweisen geschrieben. An allen Eingängen und Wegen des Wisentgeheges sind sie platziert, sollen aber eher warnen, als Angst und Panik schüren. Preller: "Wir wollen hier niemandem Angst machen, sondern nur aufrufen, vorsichtig zu sein. Wir wollen mit der Aktion einfach auf Nummer sicher gehen." Fingerabdrücke, so die Polizei, können von den Klingen nicht mehr genommen werden. Dafür seien sie schon durch zu viele Hände gegangenen. Trotzdem bescheinigte die Polizei den Hammerhof-Verantwortlichen vorbildliche Arbeit, indem sie am Freitagnachmittag sofort die 110 wählten: "Das ist so der richtige und sichere Weg." »Im Grunde sind wir hier doch ein Tal der Glückseligkeit« Noch dazu könne nicht festgestellt werden, wie lange die Klingen schon verstreut am Wegesrand lagen. "Sie haben noch nicht sehr viel Rost angesetzt, deshalb vermute ich, dass sie noch nicht sehr lange dort lagen", sagt Preller: "Wie das ganze passiert ist, können wir nicht beurteilen. Es ist im Grunde alles möglich." Trotzdem sei er verwundert, dass so etwas im Wisentgehege vorkomme. Es habe weder Drohungen gegeben, noch gebe es jemanden, der dem Waldinformationszentrum etwas Böses wolle. "Im Grunde sind wir hier doch ein Tal der Glückseligkeit", so Glunz, der sich seit 27 Jahren um die Wisente kümmert: "Seitdem ich hier arbeite ist noch nie etwas passiert". Deshalb wollen die Verantwortlichen des Hammerhofes um Leiter Jan Preller in den kommenden Tagen und Wochen die Augen offen halten. Besondere Gefahr bestehe aber nicht. Trotzdem bleiben die Warnschilder bis auf weiteres stehen.

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