Ein geschichtsträchtiger Ort: Viele Mythen und Sagen ranken sich um den Desenberg. Laut der Überlieferung lebte dort viele Jahre ein fürchterlicher Drache, ehe er von einem tollkühnen Ritter zur Strecke gebracht wurde. Die Burgruine ist ein beliebtes Ausflugsziel. - © Privat
Ein geschichtsträchtiger Ort: Viele Mythen und Sagen ranken sich um den Desenberg. Laut der Überlieferung lebte dort viele Jahre ein fürchterlicher Drache, ehe er von einem tollkühnen Ritter zur Strecke gebracht wurde. Die Burgruine ist ein beliebtes Ausflugsziel. | © Privat

Warburg Mythen und Geschichten rund um den Desenberg

Der wagemutige Drachentöter

Alexander Lange

Warburg. Was haben der Vesuv, der Ätna und der Desenberg gemeinsam? Sie alle sind Vulkane, wobei der letzte Ausbruch des Desenberg-Vulkans einige Millionen Jahre zurückliegen dürfte und er seitdem als erloschen gilt - ganz sicher ist das aber natürlich nicht. Doch auch sonst ranken sich um den Berg mit der ehrwürdigen Burgruine einige Sagen und Mythen. So soll es sich vor einigen Jahrhunderten zugetragen haben, dass ein gefährlicher Drache am Fuße des Desenbergs hauste. Vorbeikommende Fußgänger, Wanderer und Reisende fraß der kaltblütige Drache. Seitdem traute sich niemand mehr auf den Desenberg, alle fürchteten das geheimnisvolle Ungeheuer. Beginn einer jahrhundertelangen Schreckensherrschaft So habe der damalige König einen Wettkampf ausgerufen: Wer es schaffe, den Drachen zu töten, dem vermache der König das umliegende Land und schenke ihm eine große Burg auf dem Gipfel des Desenbergs. Ein junger Ritter machte sich, mit Schwert, Lanze und Schild bewaffnet, auf den Weg zu dem Drachen. Sein Schild ließ er mit drei Spiegeln ausstatten - ein kluger Plan. Als der Drache den Ritter am Fuße des Bergkegels hörte, stürmte er aus dem Gebüsch und spie ihm Feuer und Rauch entgegen. In Sekundenschnelle zückte der Ritter sein Schild mit den drei Spiegeln und hielt es dem Ungeheuer entgegen. Der Drache erschrak im selben Moment und glaubte, im stünden gleich drei seiner Art gegenüber. Da stach der Ritter mit der Lanze in das Herz des Drachens, der sich ein letztes mal aufbäumte, ehe er für immer die Augen schloss. Wie versprochen, erhielt der Ritter Land und Burg von dem dankbaren König. Aufgrund seiner Heldentat und dem besonderen Schild nannte sich der Ritter "von Spiegel" und trug als Zeichen seiner Heldentat drei Spiegel in seinem ritterlichen Wappen. Über viele Jahrhunderte herrschten die Ritter von Spiegel laut der Überlieferung auf dem Desenberg. Das war jedoch nicht zur Freude der Bewohner der Börde. Vor allem hatten Bauern unter den strengen Grundherren zu leiden. Sie mussten Tiere abgeben und Frondienste leisten, während die Ritter mit Raubzügen durchs Land zogen. Ein besonders grausamer seiner Art war Ritter Bruno von Spiegel. Von Händlern, Bewohnern und Kaufleuten wurde er gefürchtet und gehasst. Um ihn von seinen Tyrannen-Taten abzustimmen, kam der Sage zu Folge eines Tages ein Mönch auf die Burg und hielt Ritter Bruno seine Schandtaten vor. Dieser lachte nur hämisch und der Mönch verließ niedergeschlagen die Burg. Einige Wochen später bat Ritter Bruno den Ordensmann erneut auf die Burg - er liege im Sterben und bitte um die Spende der Sakramente. Der Mönch folgte seiner Bitte, kam auf die Burg und traf dort jedoch auf einen kerngesunden Ritter Bruno. Dieser zögerte nicht lang und erstach den Mönch mit der Lanze. Im gleichen Augenblick verdunkelte sich der Himmel über dem Desenberg und ein gewaltiger Blitz zerstörte die Gemäuer der Burg. Der fürchterliche Ritter Bruno kam in den Flammen zu Tode. Laut der Überlieferung stehen seit diesem Tag nur noch die Grundmauern der Daseburg. In dunklen Stunden, so wird es erzählt, soll noch heute der böse Geist von Ritter Bruno von Spiegel zwischen den Burgruinen umhergehen.

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