Meine Figur: Ein Plakat weist auf die Mitmach-Aktion am Ende des Rundgangs hin. - © Dieter Scholz
Meine Figur: Ein Plakat weist auf die Mitmach-Aktion am Ende des Rundgangs hin. | © Dieter Scholz

Warburg Ostergarten aus Plastik-Steinen in Warburger Nesutadtkirche

Neustadt-Kirche: In sieben Szenen ist die Ostergeschichte, vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung, in St. Johannes Baptist aus Lego nachgebaut. Sie lassen die Passionsgeschichte lebendig werden

Dieter Scholz

Warburg. Dies eine zu sagen, ist ihm wichtig: "Die Ausstellung in der Kirche ist nicht nur etwas für Kinder, die wird auch Väter und Mütter begeistern", sagt Pastor Andreas Wilke. Der katholische Priester denkt dabei zurück an eigene Kindertage. Da stand der Baukasten mit den vielen bunten Plastik-Bausteinchen auf dem Küchentisch. "Heute gibt es nicht nur weiße und rote Steine. Die Figuren machen Eindruck", sagt Wilke. Derweil stehen im Kirchenschiff von St. Johannes Baptist in der Warburger Neustadt acht große Pappkartons und eine etwas stabiliere Kiste aus Holz. Der Inhalt der aus einer Dortmunder Gemeinde geholten Behälter: Lego-Steine. Fein säuberlich aufgebaut und abgepackt. Die Anleitung für diese Modelle ist gut 2.000 Jahre alt: In sieben Stationen zeichnen sie die Passion Christi in Jerusalem nach. Die Gefangennahme, das Gericht, die Kreuzigungsszene und die Auferstehung. Biblische Geschichte, die in den Evangelien des Johannes, Lukas, Markus und Matthäus ihren Niederschlag fanden. Figürlich gefasst und liebevoll aufgebaut von den Religionspädagogen Markus Ende und seiner Kollegin Ursula Altehenger von der Propsteigemeinde St. Walburga in Werl aus rund 80 Kilogramm Lego-Steinen. Jugendliche und Erwachsene werkelten mit und schufen Ostern aus den beliebten Spielsteinen. "An der ein oder anderen Szene haben sich die Erschaffer sogar mit etwas Humor verewigt", sagt Pastor Wilke. Eine frische Idee, die als Wanderausstellung konzipiert, vom Paderborner Erzbistum finanziell gern unterstützt wurde. "Wir haben dann kiloweise gebrauchte Steine gekauft", verrät Markus Ende in einem Radio-Interview. Viel Liebe zum Detail und ein Material, das vielen vertraut ist: Seit zwei Jahren tourt der Lego-Ostergarten durch das Erzbistum, geschafft er es bisher bis ins Bistum Münster, wo er in Lippborg gezeigt wurde. "Der Ostergarten symbolisiert die Möglichkeit, Jesus im Alltäglichen zu begegnen", sagt Wilke. Dabei seien Menschen zu sehen, die Jesus auf seinem Weg begegneten, "die mit ihm gehen oder aber abseits stehen und still beobachten". Johannes nickt. Der Neunjährige scheint dem Pfarrer zuzustimmen. Ganz genau schaut er hin. Schließlich darf er helfen, die Figuren in den Panoramen aufzustellen. Der junge Calenberger hat Erfahrung. Daheim steht ein Sternenzerstörer aus Steven Spielbergs Bestseller-Filmen Star Wars. Natürlich aus Lego. Ein echter Hingucker, dessen Bau Johannes Stunden und Tage gekostet hat. Von den Modellen in der Kirche ist er fasziniert, entdeckt Kleinigkeiten wie sich windende Schlangen, versteckte Spinnen, verstreute Münzen unter Palmen. Figuren und Szenen sind so dargestellt, dass auch Gefühle nachempfunden werden können. "Das fällt Kindern wohl leichter als Erwachsenen", bemerkt Wilke. Jeder tauche aus seiner Perspektive ins Ostergeschehen ein. Einen Tipp hat der Geistliche aus seiner Kinderzeit für Eltern: "Lego-Steine lassen sich, eingewickelt in Bettwäsche, prima in der Waschmaschine waschen."

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