Freut sich auf die Fastenzeit: Schwester Margret arbeitet an der Pforte des Seniorenzentrums an der Landfurt. Vor drei Jahren hat sie zum ersten Mal das Heilfasten ausprobiert. In der Fastenzeit sei es wichtig, sich auf sich selber zu konzentrieren, sagt die Salvatorianerin. Das tue Körper und Geist gleichermaßen gut. - © Alexander Lange
Freut sich auf die Fastenzeit: Schwester Margret arbeitet an der Pforte des Seniorenzentrums an der Landfurt. Vor drei Jahren hat sie zum ersten Mal das Heilfasten ausprobiert. In der Fastenzeit sei es wichtig, sich auf sich selber zu konzentrieren, sagt die Salvatorianerin. Das tue Körper und Geist gleichermaßen gut. | © Alexander Lange

Warburg Schwester Margret aus Warburg freut sich auf die Wochen bis zum Karfreitag

Lebenseinstellung: Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Fasten sei eine gute Übung für Körper und Geist

Alexander Lange

Warburg. Schwester Margret ist eine erfahrene Frau. Sie freut sich auf die Fastenzeit. "Nach den satten Tagen und der Karnevalszeit tut es gut zu fasten", sagt sie selbstbewusst: "Und zu fasten bedeutet mehr, als nur auf bestimmtes Essen zu verzichten." Schwester Margret arbeitet seit Oktober an der Pforte des Seniorenzentrums St. Johannes. Jahrelang leitete die Ordensschwester ein Bildungshaus und begleitet noch heute Exerzitien. Für sie beginnen mit der Fastenzeit besondere Wochen. "Die Fastenzeit gehört zu den Festzeiten des Lebens, deshalb ist sie für mich wichtig." Die Wege zu fasten seien vielseitig, erklärt sie: "Es geht nicht nur um Dinge wie Süßigkeiten oder Fleisch". Menschen können beispielsweise auch auf Computer-Spiele verzichten, sagt sie. "Wichtig ist, dass es beim Fasten nicht um eine Art Bestrafung oder Versklavung geht. Nein, es geht vielmehr um das Gegenteil, um die Befreiung von Dingen, die uns möglicherweise einschränken." Durch den Verzicht würden die Sinne geschärft und das persönliche Bewusstsein geschult, so Schwester Margret. Leitfrage sei während der gesamten Fastenzeit, was Körper und Geist gleichermaßen gut tue. "Wir orientieren uns dadurch neu, nehmen unser Umfeld anders war und können uns gleichzeitig auf uns selber besinnen: Ich faste, indem ich auf das verzichte, was für mich nicht lebensnotwendig ist." Vor drei Jahren probierte Schwester Margret die Methode des Heilfastens aus - zum ersten Mal. Täglich gab es nichts als Brühe und Tee. "Das ganze ging eine Woche lang, aber die ersten drei Tage waren für mich wirklich die schwierigsten." »Manchmal bin ich ein wenig temperamentvoll« Hin und wieder habe sie auch an einen Abbruch des Heilfastens gedacht, "aber die Gemeinschaft mit den anderen Menschen, die auch heilfasten, hat mich getragen". Eines Nachts hatte Schwester Margret sogar einen Traum, sie habe sich Bratkartoffeln und Spiegeleier gekocht: "Da habe ich mich erschrocken und gedacht, ich hätte mit dem Fasten gebrochen. Zum Glück war es aber nur ein Traum". Den besonderen Geschmack von schlichten Lebensmitteln wie Äpfeln oder Brot habe sie nach dem Heilfasten wieder richtig wertgeschätzt. "Das Fasten war einfach eine Beschränkung auf das Wesentliche. Ich habe einen Gang zurückgeschaltet, habe überlegt, was ich wirklich brauche und was mir im Leben Halt gibt. Das tat mir gut." Dass das Fasten heutzutage nicht mehr einen solch großen Stellenwert in der Gesellschaft genießt, findet Schwester Margret schade: "Sich zu fragen ?Was tut mir gut? Wofür nutze ich meine Zeit?? ist wichtig". Sie selber wird in den kommenden Wochen aber nicht heilfasten. Dennoch wird Schwester Margret die Fastenzeit wieder nutzen. Für Momente der Stille und Ruhe, für die Rückbesinnung auf sich selbst. "Manchmal bin ich ein wenig temperamentvoll, das will ich bremsen. Und abends spiele ich gerne Kartenspiele am Computer, auch das will ich minimieren, auf 30 Minuten pro Tag - ungefähr." Am Aschermittwoch hieße es schließlich "Kehrt um und glaubt an das Evangelium", so Schwester Margret. "Und wo ich im Leben vielleicht umkehren möchte, das erfahre ich beim Fasten."

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