Publikumslieblinge: Die Garde der Rot-Weißen Funken aus Ossendorf hatten am Sonntagabend ein Heimspiel. Ihr Gardetanz zur Melodie von Helene Fischers Hit "Atemlos" war einer der Höhepunkte des Programms. - © Anna-Lena Ryczek
Publikumslieblinge: Die Garde der Rot-Weißen Funken aus Ossendorf hatten am Sonntagabend ein Heimspiel. Ihr Gardetanz zur Melodie von Helene Fischers Hit "Atemlos" war einer der Höhepunkte des Programms. | © Anna-Lena Ryczek

Ossendorf Ossendorfer feiern ihren Karneval mit einem attraktiven Programm

Prunksitzung: Hausorden und der Cochumer fürs Missgeschick gehen an zwei Damen

Anna-Lena Ryczek

Ossendorf. Der Verleihung des Cochumer Ordens fiebern viele Karnevalisten in der Ossendorfer Heinberghalle bereits den ganzen Abend entgegen. Diejenigen, die schon einmal zum Ehren-Cochumer ernannt wurden, sehen die Sache eher entspannt. "Es handelt sich diesmal nicht um einen gebürtigen Ossendorfer, sondern um jemanden, der zugezogen ist", sagt Vereinspräsident Ansgar Engemann. Die Ossendorfer im Saal atmen erleichtert auf. Auf die Begründung, warum Karnevalistin Anna Engemann den Cochumer verliehen bekommt, waren aber alle gespannt. Am Sonntagabend zündete die örtliche Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß ein buntes Feuerwerk der guten Laune mit ihrem vielfältigen Programm. Die Mischung aus Show- und Gardetänzen sowie eine Büttenrede, die mit spitzer Zunge das Dorfleben auf die Schippe nahm, machten den Galaabend aus. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war wieder die Verleihung des Cochumer Ordens. Rund 500 Zuschauer in der Halle warteten gespannt, bis schließlich eine Dame nach vorn gebeten wurde. Für viele Ossendorfer waren es quälende Minuten, bis der Name Anna Engemann aufgerufen wurde - sie gingen in Gedanken ihre Missetaten durch und überlegten, ob sie sich möglicherweise für diese humorige Auszeichnung qualifiziert haben. "Auch in diesem Jahr gab es wieder viele Bewerber für den Cochumer Orden", scherzte Präsident Engemann. Es traf Anna Engemann. Beim ausgiebigen Lebensmittel-Wocheneinkauf signalisierte der Alarm, dass Ware nicht bezahlt worden war. Ratlose Gesichter machten sich breit, hatte Engemann doch alle Artikel aufs Kassenband gelegt. Der Übeltäter war schnell gefunden. Engemann hatte eine neue Hose an, die zwar bezahlt, aber offensichtlich nicht entsichert worden war. Die Hose auszuziehen, um sie jetzt zu entwerten, kam nicht infrage. Die Lösung war gar um einiges spektakulärer: Engemann wühlte sich kurzerhand aufs Band und wurde drei, vier Mal über den Scanner gezerrt. "Hut ab, nicht Hose aus. Diese Bewerbung erkennt die Karnevalsgesellschaft als misslungenste Leistung an und ernennt Anna zum Ehren-Cochumer", so Präsident Engemann. »Die Schützen sind mir ein Haufen, der Festmontag würde nicht laufen« Der Hausorden für besondere Verdienste ging an Corina Niggemeyer. "Meist im Hintergrund agierend, ist Corina aus unserem Vereinsleben gar nicht wegzudenken", sagte Engemann zur Begründung. Niggemeyer rief mit ihrem Mann Andreas den Ossendorfer Kinderkarneval ins Leben und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass er so erfolgreich wurde. Außerdem trainierte sie jahrelang das Männerballett der "Traumtänzer" und hat sich durch ihre vielen ehrenamtlichen Stunden, die sie in die Vereinsarbeit investierte, für den Hausorden qualifiziert. Viele Sitzungsbesucher, die beim Cochumer verschont blieben, bekamen von den Büttenrednern "Die Rot-Weißen Lumpen" ihr Fett weg. Matthias Fischer, Thomas Fuest und Christoph Engemann nahmen in ihrer Rede über das Ortsgeschehen kein Blatt vor den Mund. "Die Schützen sind mir ein Haufen, die wollen den Schützenfestmontag streichen - der würde nicht laufen", kritisierten die Redner in der Bütt. Auch politische Themen waren vor den Drei nicht sicher. Bei der Bundestagswahl hatten 55 Ortsbewohner ihr Kreuz bei der AfD gemacht. "Fremdenhass, das ist bekannt, endet oft hungrig am Döner-stand", richtete Fuest seine Worte an den Parlamentskandidaten Norbert Senges und erntete vom Publikum grölende Zustimmung. Verschiedene Garde- und Showtänze rundeten das bunte Programm in der bunt geschmückten Heinberghalle ab. Die Juniorengarde der Rot-Weißen Funken glänzten zu den Klängen von "Bibi und Tina" und auch das junge Solomariechen Emily Jochheim (9) begeisterte mit ihrem Tanz. Die Garde nahm das Publikum bei ihrem Showtanz mit auf eine karnevalistische Weltreise. Höhepunkt des tänzerischen Programms war dann der Auftritt der "Traumtänzer". Die Männer des Balletts zeigten sich von ihrer verführerischen Seite - das begeisterte nicht nur die weiblichen Zuschauer.

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